Politik

Spuren in Hamburg Bahaji schon lange im Visier

Bei den Ermittlungen zu Tätern und Hintermännern der Terroranschläge vom 11. September in den USA laufen immer mehr Fäden in Deutschland zusammen. So hatte der Hamburger Verfassungsschutz den seither gesuchten Deutsch-Marrokaner Said Bahaji offenbar schon vor einem Jahr ins Visier genommen. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt" unter Berufung auf Verfassungsschutzkreise.

Die Spur zu dem heute 26-Jährigen, der nunmehr als "Schaltstelle" der mutmaßlichen Terrorpiloten verdächtigt wird, sei damals jedoch als "kalt" eingestuft worden.

Der entscheidende Hinweis zu Bahaji war dem Bericht zufolge aus München gekommen, wo 1998 der mutmaßliche Finanzchef der Terrororganisation von Osama bin Laden, Mamduh Mahmud Salim, verhaftet worden war. Salim sitzt mittlerweile in New York im Gefängnis. Auch der "Spiegel" hatte berichtet, aus dem Fall Salim hätten sich Hinweise auf eine Hamburger Kontaktgruppe ergeben, zu der unter anderem zwei Syrer gehörten. Einer von ihnen sei Trauzeuge Bahajis gewesen.

Der untergetauchte Bahaji soll den ebenfalls aus Hamburg stammenden mutmaßlichen Todespiloten Mohammed Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah logistische Unterstützung gegeben haben. Die US-Bundespolizei FBI hält die vier Männer für die Hauptverdächtigen im Zusammenhang mit den Anschlägen von New York und Washington.

Zu diesen mutmaßlichen Urhebern sind bereits mehr als 2.700 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Das bestätigte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Bis zum Dienstag wurden in Deutschland insgesamt 13 Konten mutmaßlicher Terroristen oder Terrorganiationen aus dem Umfeld bin Ladens mit einem Guthaben von mindestens 2,7 Mio. DM gesperrt. Sie stehen auf der von den USA veröffentlichten Liste eingefrorener Bankkonten.

Darunter ist nach Informationen der "New York Times" auch die Hamburger Export-Import-Firma von Mamoun Darkazanli. Der syrische Geschäftsmann hat unterdessen den Verdacht auf irgendeine Verbindung seiner Firma zu den Terroranschlägen in den USA zurückgewiesen. "Wenn ich etwas damit zu tun hätte, würde ich nicht mehr hier leben", sagte Darkazanli. Er bestätigte, Mitte der 90er Jahre Kontakt zu Salim gehabt zu haben. Darkazanli zufolge ging es um den Kauf einer Radio-Funkanlage für Sudan, das Geschäft sei aber nicht zustande gekommen.

Quelle: ntv.de

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