Politik

Hamburg und Niedersachsen Bahn-Streik vor Zuspitzung

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn weiten die Gewerkschaften Transnet und GDBA heute ihre Warnstreiks auf andere Bundesländer aus. Am Morgen sind befristete Arbeitsniederlegungen in Hamburg und Niedersachsen geplant, wie die Gewerkschaften ankündigten. Nähere Angaben über Orte und Zeiten wurden zunächst nicht gemacht. Berichte, dass auch Hannover betroffen sein soll, wollte ein Transnet-Sprecher am Dienstagabend nicht bestätigen. Bisher gab es Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen sowie Bayern.

Am Donnerstag - genau zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen in der dritten und möglicherweise entscheidenden Runde - spitzt sich der Konflikt erheblich zu: Erstmals hat auch die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) zu Protesten aufgerufen. Für 45 Minuten soll flächendeckend in ganz Deutschland zwischen 6 und 7 Uhr morgens im Berufsverkehr kein Zug mehr fahren.

Die Deutsche Bahn stellt sich auf massive Behinderungen im Nah- und Fernverkehr ein. Zwar werde der Fahrplan durcheinander gebracht; man werde jedoch alles versuchen, den Verkehr sicherzustellen, sagte Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel auf n-tv. Er bekräftigte zugleich, dass der Bahn-Vorstand am Donnerstag ein faires Angebot vorlegen werde. So würden neben einem Inflationsausgleich der Wegfall der Ost-West- Differenzen vorgeschlagen, eine Bonuszahlung für 2004/2005 sowie die Fortsetzung des 2004 auslaufenden Beschäftigungsbündnisses.

Bisher haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA nur mit regionalen Warnstreiks Druck auf das Bahn-Management gemacht. Am Dienstag kam es zu den bisher massivsten Arbeitskämpfen seit Beginn der Warnstreiks. In Bayern wurde am Morgen der öffentlichen Nahverkehr in München, Nürnberg und Regensburg zeitweise lahm gelegt. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren rund 300.000 Fahrgäste betroffen.

Die GdL verhandelt separat und fordert für Lokführer und Zugbegleiter eine Entgelterhöhung von drei Prozent und eine Anpassung der Osteinkommen an das Westniveau von jährlich zwei Prozent bis 2007. Transnet und GDBA fordern für die 160.000 Angestellten fünf Prozent mehr Einkommen und eine sofortige Angleichung der Ost-Einkommen.

Sollte weiter keine Einigung möglich sein, haben die Gewerkschaften mit dem Scheitern und Streik-Urabstimmungen gedroht. Ein Schlichtungsabkommen gibt es bisher nicht. Zuletzt wurde bei der Bahn im Jahr 1992 flächendeckend gestreikt.

Unter der Rufnummer 0800 / 6644 225 hat die Bahn eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sich Kunden über mögliche Fahrplanänderungen informieren können.

Quelle: ntv.de