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Zurück bei "Breitbart News" Bannon will für Trump "in den Krieg ziehen"

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Will mit "Verwirrungen" aufräumen: Ex-Chefstratege Stephen Bannon.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Nach seinem Abgang aus dem Weißen Haus stellt Stephen Bannon klar: Zwischen ihm und Donald Trump ist alles prima. Gleichzeitig prophezeit er dem US-Präsidenten eine schwierige Zukunft - und will ihn dennoch aus dem Abseits unterstützen.

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Stephen Bannon will sich nach seinem Verlassen des Weißen Hauses weiter für US-Präsident Donald Trump stark machen. "Wenn es da draußen Verwirrung geben sollte, lassen Sie mich das klar stellen: Ich verlasse das Weiße Haus und ziehe für Trump gegen seine Widersacher in den Krieg", sagte Bannon in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dies richte sich gegen Trumps Gegner "im Kapitol, in den Medien, in Amerikas Unternehmen".

Dennoch halte er seinen Weggang aus dem Weißen Haus für einen Wendepunkt in der Präsidentschaft des Republikaners. "Die Trump-Präsidentschaft, für die wir gekämpft und die wir errungen haben, ist vorüber", sagte Bannon der Nachrichtenseite "The Weekly Standard". "Wir haben noch immer eine große Bewegung und wir werden etwas aus dieser Präsidentschaft machen, aber diese Präsidentschaft ist vorbei", sagte Bannon. "Sie wird etwas anderes sein." Und er fügte hinzu: "Es wird alle möglichen Kämpfe geben, und es wird gute Tage geben und schlechte - aber diese Präsidentschaft ist vorbei."

Bannon legte Wert auf die Feststellung, dass er selbst zurückgetreten sei und seinen Rücktritt bereits am 7. August bei Trump und dessen Stabschef John Kelly eingereicht habe. Er habe von Anfang an nur ein Jahr in der Politik bleiben wollen, sagte er. Im Einvernehmen habe man wegen der rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville und der politischen Turbulenzen danach die Bekanntgabe seines Rücktritts aber noch um einige Tage verzögert. Allgemein wird jedoch angenommen, dass Bannons Äußerungen zur Nordkorea-Politik der USA, die in Teilen Trumps Politik konterkarierten, mit ausschlaggebend für die Personalentscheidung waren - und Bannon aus dem Amt gedrängt wurde.

Republikaner haben kein Interesse an Trumps Programm

Trump werde es in Zukunft noch schwerer haben, seine Vorhaben durchzusetzen, sagte Bannon. "Das republikanische Establishment hat kein Interesse daran, dass Trump Erfolg hat", meint er. "Sie sind keine Populisten, keine Nationalisten, sie haben kein Interesse an seinem Programm. Null", sagte Bannon. Außer einer abgeschwächten Steuerreform, wie sie für Republikaner üblich sei, werde nichts von Trumps Programm umgesetzt werden.

Mit der Rückkehr zur ultrakonservativen Nachrichtenseite "Breitbart News"  möchte Brannon deshalb weiter Politik für Trump machen. "Ich werde definitiv die Opposition zermalmen", sagte er. "Jetzt habe ich die Hände wieder an den Waffen." Breitbart verkündet im Internet bereits Bannons "Rückkehr nach Hause". Der "populistische Held" habe bereits am Nachmittag wieder seine Arbeit als Chef der Nachrichtenseite aufgenommen und die Redaktionssitzung am Abend geleitet.

Derweilen verabschiedete sich ein zweiter prominenter Präsidentenberater aus dem Team von Donald Trump. Der Finanzinvestor Carl Icahn, der das Weiße Haus auf individueller Basis in Sachen Deregulierung beriet, beendete seine Tätigkeit. Er wolle nicht in die Fänge der Parteipolitik geraten, heißt es in einer Stellungnahme Icahns. Der Investor legte in dem an Trump gerichteten Brief Wert auf die Feststellung: "Ich hatte niemals eine formale Position in Ihrer Administration inne und nahm auch keine Rolle im Politikbetrieb ein."

Quelle: ntv.de, lou/AFP/dpa