Politik

Atta-Helfer angeklagt Beihilfe zu 3.066-fachem Mord

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat wegen der Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 eine weitere Anklage erhoben. Die Ermittler werfen dem Marokkaner Abdelghani Mzoudi Beihilfe zum Mord in 3.066 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor.

Der 30-Jährige habe die "Hamburger Zelle" um den Selbstmordpiloten Mohammed Atta unterstützt, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Im weltweit ersten Prozess wegen der Attentate in den USA hatte das Oberlandesgericht Hamburg im Februar den Marokkaner Mounir El Motassadeq zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Mzoudi war am 10. Oktober des vergangenen Jahres in Hamburg festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Nach Erkenntnissen der Behörde war der in Hamburg lebende Mzoudi bis zuletzt in die Attentatsvorbereitungen einbezogen. Er habe die Ziele der Terroristen gekannt.

Der Bundesanwaltschaft zufolge spielte der Marokkaner die Rolle eines Helfers, der den Haupttätern den Rücken frei hielt. Im September 1999 habe er die Wohnung der Terroristengruppe in der Marienstraße in Hamburg-Harburg übernommen. Der Kern der Gruppe - die Selbstmordpiloten Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah sowie der vergangenes Jahr in Pakistan festgenommenen Ramzi Binalshibh - hielt sich im Jahr 2000 in einem Ausbildungslager des Terrornetzwerks El Kaida in Afghanistan auf. Währenddessen soll Mzoudi ihre Abwesenheit in Hamburg vertuscht haben.

Dabei soll er mit Motassadeq und dem mutmaßlichen Cheflogistiker der Gruppe, dem weltweit gesuchten Said Bahaji, zusammengearbeitet haben. Für den ebenfalls zur Fahndung ausgeschriebenen Zakariya Essabar - der möglicherweise als Ersatzpilot für eine der Maschinen vorgesehen war - hat er laut Bundesanwaltschaft finanzielle Dinge geregelt.

Auch nach der Rückkehr der Gruppe nach Hamburg habe Mzoudi seine Verschleierungsaktivitäten fortgesetzt. Für Alshehhi und Binalshibh habe er ein Zimmer im Studentenwohnheim in Hamburg besorgt, wo diese bis zu ihrer Abreise in die USA ungestört ihre Vorbereitungen fortsetzen konnten. Von April bis Juni 2000 soll er selbst in einem El-Kaida-Lager in Afghanistan gewesen sein, zusammen mit Mottasadeq und Essabar. Die Aufenthalte dienten laut Bundesanwaltschaft vor allem dazu, mit Osama bin Laden und dessen Gefolgsleuten "die Anschlagziele und die Einzelheiten der Anschlagvorbereitungen abzustimmen".

Quelle: ntv.de