Politik

Große Kassen halten still Beiträge überwiegend stabil

Die drei größten gesetzlichen Krankenkassen gehen trotz hoher Ausgabensteigerungen bei Arzneimitteln mit einem stabilen Beitragssatz ins kommende Jahr. Dies betrifft rund 14 Millionen Versicherte. Der durchschnittliche Beitragssatz liegt derzeit bei 13,24 Prozent. Die Barmer Ersatzkasse, die DAK und die Techniker Krankenkasse (TK) erwarten dabei, dass das geplante Arzneimittel-Sparpaket tatsächlich die gewünschte Entlastung bringt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verspricht sich davon für 2006 rund eine Milliarde Entlastung für die gesetzlichen Kassen. Das Spargesetz soll zum 1. April in Kraft treten.

Die DAK will ihren Krankenkassenbeitrag im Jahr 2006 bei 13,8 Prozent stabil halten. Höhere Ausgaben für Arzneimittel seien bereits eingeplant, teilte die zweitgrößte deutsche Krankenkasse am Donnerstag in Hamburg mit. Die Techniker Krankenkasse (TK), die Nummer drei, legte Anfang Dezember fest, dass der bisherige Beitragssatz von 12,8 Prozent auch Anfang 2006 gilt. Die AOK Baden-Württemberg als fünftgrößte Kasse will ebenfalls keine höheren Beiträge verlangen.

Dagegen hatte die Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) Hessen - die Nummer zwölf der Mitglieder-Rangliste - eine Erhöhung des Beitragssatzes um 0,5 Punkte auf 14,4 Prozent angekündigt. Der Schritt sei notwendig, um eine Verschuldung abzuwenden.

Das Bundesgesundheitsministerium nannte diese Begründung "angesichts eines Überschusses von knapp 100 Millionen Euro nicht nachvollziehbar". Das Ministerium habe deshalb die hessische Landesregierung am Donnerstag um Bewertung des Vorganges gebeten, teilte ein Sprecher mit. Auch die AOK Schleswig-Holstein wird unter Hinweis auf die steigenden Medikamentenausgaben zum Jahreswechsel teurer: von 13,6 auf 14,4 Prozent.

Quelle: ntv.de