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"Präventive Maßnahmen": Polizeibeamte durchsuchen am Flughafen Schönefeld Fahrzeuge.
"Präventive Maßnahmen": Polizeibeamte durchsuchen am Flughafen Schönefeld Fahrzeuge.(Foto: dpa)
Samstag, 08. Oktober 2016

Fahndung nach verdächtigem Syrer: Berliner Polizei verschärft Kontrollen

Der Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz sorgt über die Region hinaus für Unruhe: In der Bundeshauptstadt schickt die Polizei zusätzliche Beamte auf Streife. An Bahnhöfen und Flughägen patroullieren Bereitschaftspolizisten. Die Fahndung nach dem 22-jährigen Hauptverdächtigen dauert an.

Nach der Flucht eines Terrorverdächtigen aus Chemnitz hat die Berliner Polizei ihre Kräfte in der Hauptstadt verstärkt. An den Bahnhöfen seien Beamte aus den Hundertschaften im Einsatz, sagte Polizeisprecher Winfried Wenzel am Abend. Auch die Kollegen in den einzelnen Abschnitten seien mit dem Fahndungsbild des 22-jährigen Syrers unterwegs.

Die Polizei bittet um Mithilfe

Hinweise zu dem Gesuchten nimmt das Landeskriminalamt Sachsen unter der Telefonnummer 0351 - 8554114 oder per E-Mail an lka@polizei.sachsen.de an. Die Polizei Berlin schaltete die Nummern 030 - 4664978050 und 030 - 4664978051 für Hinweise zum Gesuchten frei.

Der Mann wird bundesweit gesucht, weil er einen Bombenanschlag vorbereitet haben soll. "Wir sind maximal sensibilisiert", sagte Wenzel. Ein Fokus der Polizei liege auf dem Flughafen Tegel. Auch am zweiten Flughafen der Hauptstadt in Schönefeld wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Man habe die Einsatzkräfte dort verstärkt, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Torsten Herbst.

Ein Einsatzzug der Bereitschaftspolizei bestehend aus 30 Beamten führe am Terminal Sichtkontrollen durch, Autos und Busse würden angehalten und kontrolliert, ob sich der gesuchte 22-jährige syrische Verdächtige aus Chemnitz darin befinde.

Bundesweite Fahndung

Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Herbst. Es gebe keinen konkreten Hinweis, dass der Mann in Schönefeld sei. Ob auch an den übrigen deutschen Großflughäfen verstärkte Kontrollen stattfinden, sagte der Polizeisprecher nicht.

Die bundesweite Großfahndung wirkt sich unterdessen auch auf die Verkehrssituation am Flughafen Berlin-Schönfeld aus: Busse fahren nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nicht mehr bis zum Terminal. Der Flugbetrieb sei nicht eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher. Reisende sollten zusätzliche Zeit für die Anreise zum Flughafen einplanen.

Der Lagedienst im Potsdamer Innenministerium sprach von "präventiven Maßnahmen". Die Bundespolizei hat die Streifen im Terminal "entsprechend sensibilisiert", wie ein Sprecher sagte. "Wir beteiligen uns an der Fahndung."

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Quelle: n-tv.de