Politik

Regionalwahlen in Italien Berlusconis Lager legt zu

Italiens Linke kann bei den Regionalwahlen nicht von den Affären, Pannen und Korruptionsprozessen ihres Regierungschefs Berlusconi profitieren. Die Koalition der Konservativen nimmt den Linken sogar einige Regionen ab.

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Der Cavaliere als Faxenmacher.

(Foto: REUTERS)

Das Mitte-Rechts-Lager von Silvio Berlusconi hat bei den Regionalwahlen in Italien überraschend Zugewinne verbuchen können. Die konservative Regierungskoalition nahm der Linken zumindest die beiden südlichen Regionen Kalabrien und Kampanien ab. In Latium, Ligurien und Piemont dagegen gab es zunächst noch Kopf-an-Kopf-Rennen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Damit hatte Regierungschef Berlusconi noch gute Chancen, weitere Regionen von der Linken zurückzuerobern.

In Italien war in 13 der 20 Regionen gewählt worden. Elf dieser Regionen waren seit 2005 in linker Hand, zwei von Berlusconis Lager regiert. Die Regionalwahlen zeichneten sich durch eine niedrige Wahlbeteiligung aus. Nur etwa zwei von drei Wählern gingen zur Abstimmung, knapp acht Prozentpunkte weniger als 2005. Berlusconi hatte den Urnengang zu einem nationalen Test für seine Regierung drei Jahre vor der nächsten Parlamentswahl erhoben.

Cavalieres Affären helfen nicht

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Berlusconi hatte eine Menge Spaß im Wahlkampf.

(Foto: dpa)

Die Linke hatte auf eine Wende gehofft und dabei vor allem darauf gesetzt, dass Berlusconis Affären, Pannen und Korruptionsprozesse sich bei den Regionalwahlen negativ für den Cavaliere niederschlagen würden. Vor allem Berlusconis Partei "Volk der Freiheit" (PdL) hätte nach den letzten Umfragen unter der schwachen Wahlbeteiligung leiden müssen. Nach den Angaben des Innenministeriums haben rund 64 Prozent der etwa 41 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

In der mittelitalienischen Region Latium brach die Beteiligung geradezu ein. In der Region liegt die Hauptstadt Rom. Ausgerechnet dort konnte Berlusconis Partei nicht antreten aufgrund von Schlampereien bei der Präsentation der Wahllisten seiner Partei. Das Wahllistenchaos, aber auch Berlusconis ständige Auseinandersetzungen mit der Justiz, hatte bei seinen Anhängern für Verdruss gesorgt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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