Politik

Blair zum Krieg bereit "Blutiger Preis"

Der britische Premierminister Tony Blair hat seinen Schulterschluss mit den USA in der Irak-Krise verteidigt. Er sei bereit, einen "blutigen Preis" zu zahlen, um die besondere Beziehung zu den USA zu stützen, sagte Blair in einem vorab veröffentlichten BBC-Interview. Zwar sei noch keine Entscheidung zu einem Angriff auf den Irak gefallen, doch manchmal sei militärisches Handeln unvermeidlich.

Blair wandte sich gegen den Vorwurf, Großbritannien sei eine Marionette der USA. Das Land entscheide über seine eigene Politik. Er würde die USA niemals unterstützen, wenn er glaubte, dass die Vereinigten Staaten etwas falsches täten. Blair hatte zugesichert, in der kommenden Woche ein Dossier mit Beweisen gegen den Irak zu veröffentlichen. Das BBC-Interview soll am Sonntag ausgestrahlt werden.

Bush kündigt Erklärung an

Einen Tag nach dem Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September will US-Präsident George W. Bush seine Irak-Pläne vor den Vereinten Nationen erläutern. Schon jetzt versucht er, mit einer weltweiten diplomatischen Initiative die internationale Gemeinschaft von einer akuten Bedrohung durch das arabische Land zu überzeugen.

Bush wird am Samstag mit dem britischen Premierminister Tony Blair auf seinem Sommersitz in Camp David zusammentreffen und in der kommenden Woche mit den Präsidenten Chinas, Russlands und Frankreichs telefonieren. Damit hätte der US-Präsident vor seiner Rede bei der UNO mit allen ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates gesprochen.

Auch traditionelle Verbündete ablehnend

Am kommenden Montag will Bush den kanadischen Ministerpräsidenten Jean Chretien unterrichten. Viele Verbündete der USA – darunter auch Deutschland – und die arabischen Staaten sowie Russland und China lehnen einen militärische Operation gegen den Irak ab. Die EU fordert ein Vorgehen im Rahmen der UNO und warnt die USA vor einem Alleingang. Aus NATO-Kreisen hieß es in Brüssel, man schließe einen Präventivangriff auf den Irak aus, da Offensivangriffe den Gründungsprinzipien der Allianz zuwider liefen.

Quelle: ntv.de