Politik

Anschlag auf Israelis in BulgarienBombe war wohl im Bus versteckt

18.07.2012, 22:05 Uhr
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Der Bus war mit rund 40 Personen besetzt und brannte völlig aus. (Foto: REUTERS)

Ihr Urlaub endet jäh und blutig: Mindestens sechs Mitglieder einer israelischen Reisegruppe sterben bei einem Anschlag auf einen Reisebus an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Sofort verdächtigt Israel das verhasste Regime in Teheran und kündigt Vergeltung an. Ermittler glauben, dass die Bombe im Bus versteckt war.

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Eine dicke Rauchwolke steht über dem Flughafengelände. (Foto: dpa)

Mindestens sechs Menschen sind bei einem Anschlag auf einen Bus mit israelischen Touristen in Bulgarien getötet worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte den Iran für den Angriff verantwortlich. Sein Land werde machtvoll auf den iranischen Terror reagieren, erklärte Netanjahu. Israelische Behörden hatten in jüngster Vergangenheit vor Anschlägen radikaler Islamisten in Bulgarien gewarnt.

Der bulgarische Innenminister Zwetan Zwetanow sagte im staatlichen Hörfunk, es handle sich um einen Angriff. Zwei mögliche Abläufe würden untersucht: Zum einen, dass der Sprengsatz vor dem Einsteigen der Touristen im Bus versteckt worden sei, zum anderen, dass er sich in ihrem Gepäck befunden habe. Außenminister Nikolai Mladenow sagte, die Explosion sei von einer im Bus platzierten Bombe ausgegangen. Fünf Personen seien sofort tot gewesen, eine sei später im Krankenhaus gestorben, erklärte sein Ministerium. 32 Menschen seien verletzt und in Kliniken behandelt worden. Zuvor war von acht Toten die Rede gewesen.

Eine Augenzeugin berichtete telefonisch im israelischen Armeerundfunk von dem Angriff. "Wir haben uns hingesetzt und nur Sekunden später hörten wir einen lauten Knall und dann rannten wir weg. Wir entkamen durch ein Loch im Bus", berichtete Awiwa Malka vom Ort des Zwischenfalls. "Wir haben Leichen gesehen und viele Verletzte."

Flughafen vorrübergehend geschlossen

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Alle Flüge mit Ziel Burgas werden zunächst nach Varna umgeleitet. (Foto: REUTERS)

Der Bürgermeister von Burgas, Dimitar Nikolow, bestätigte, dass in dem Bus israelische Touristen waren. 171 Personen seien mit einem Flugzeug aus Israel angekommen, um ihren Urlaub an der Schwarzmeerküste zu verbringen, sagte er. In dem Bus seien 47 Leute gewesen. 33 seien bei der Explosion verletzt worden. Der Flughafen der Stadt wurde geschlossen, alle Flüge wurden nach Varna umgeleitet.

"Alle Anzeichen deuten auf den Iran"

Netanjahu verwies darauf, dass genau vor 18 Jahren ein schwerer Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Argentinien verübt worden war. Damals starben 85 Menschen. Bei der Explosion in Bulgarien handele es ebenfalls um einen Anschlag und "alle Anzeichen deuten auf den Iran hin", erklärte Netanjahu. Der Iran überziehe die ganze Welt mit Terror. In den vergangenen Monaten habe es mehrere Versuche des Iran gegeben, Israelis in Thailand, Indien, Georgien, Kenia, Zypern und an anderen Orten anzugreifen.

US-Präsident Barak Obama verurteilte den Anschlag. "Die Vereinigten Staaten werden an der Seite ihrer Verbündeten stehen und jegliche Unterstützung leisten, um die Attentäter zu identifizieren und ihrer Strafe zuzuführen", erklärte er.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte den Anschlag. "Wir müssen alles dafür tun, dass unsere israelischen Gäste ohne Angst überall in der europäischen Region reisen können", erklärte er.

Quelle: ntv.de, dpa/AFP/rts