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Yiannopoulos droht Rausschmiss "Breitbart"-Autor verteidigt Sex mit Kindern

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Yiannopoulos hat sich zwar von dem Interview distanziert - ob das ausreicht, ist fraglich.

(Foto: AP)

Hetze gegen Juden, Feministinnen oder das Establishment: In der Alt-Right-Bewegung gilt Provokation oftmals als das bewährte Mittel. Doch der "Posterboy" der Szene könnte sich nun verzockt haben.

Milo Yiannopoulos gilt als "Posterboy" der amerikanischen Rechten: Der Brite mit griechischen Wurzeln ist "Breitbart"-Journalist, bekennender Homosexueller und Trump-Unterstützer. Mit neonazistischen Parolen über Juden und Hassreden gegen Feministinnen sicherte er sich die Aufmerksamkeit der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung und wurde mit seiner politischen Inkorrektheit zu deren Liebling. Doch nun hat sich der Journalist offenbar verzockt.

Ihm wird ein Interview zum Verhängnis, das er bereits Anfang 2016 dem Podcast Drunken Peasants gegeben hat. Im Netz kursiert ein Video mit Ausschnitten, in denen sich der 33-Jährige positiv zum Sex zwischen Erwachsenen und Kindern äußert. Daraufhin entschied sich sein Verlag Simon & Schuster, ein mit Yiannopoulos geplantes Buchprojekt abzusagen. Das Buch "Dangerous" über das Thema "Wert der freien Meinungsäußerung" sollte eigentlich im Juni erscheinen - die Rede ist von 200.000 US-Dollar, die der Journalist als Vorschuss kassiert haben soll.

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Auch die American Conservative Union, ein wichtiges amerikanisches Meinungsforum für junge, amerikanische Konservative, zog aus den Pädophilie-Äußerungen Konsequenzen. Die US-Aktivisten luden Yiannopoulos von der Conservative Political Action Conference (CPAC) aus, bei der der 33-Jährige eigentlich als Gastredner auftreten sollte. Zu der am Mittwoch in Maryland stattfindenden Tagung wird neben 10.000 Teilnehmern aus Politik und Medien auch US-Präsident Donald Trump zu einer Rede erwartet.

Für die Organisatoren ist die Position des Journalisten offenbar nicht mehr vertretbar. Im Gespräch mit dem Moderator des Podcasts sagt Yiannopoulos über die verbotene Beziehung zwischen Lehrerinnen und Schülern: "Der Junge ist das Raubtier in dieser Situation."

An anderer Stelle rechtfertigt der Mann, dass sexuelle Beziehungen zwischen 13-jährigen Jungen und älteren Männern "vollkommen einvernehmlich" sein könnten. Dabei sei das eigentliche Problem die "willkürliche und unterdrückende Idee von Einvernehmlichkeit", so Yiannopoulos. Für Amerikas Konservative ein Tabubruch zu viel.

Wie reagiert "Breitbart"?

Nach Informationen der "New York Times" und der "Washington Post" wird in der "Breitbart"-Chefetage nun darüber diskutiert, ob Yiannopoulos als Mitarbeiter noch tragbar sei. Zwar entschuldigte sich Yiannopoulos nach der Ausstrahlung der Passagen. Doch im Unternehmen, dem ehemals Trump-Berater Steve Bannon vorstand, steht offenbar zur Disposition, ob das reicht. Zumal die Erklärung des 33-Jährigen eher einer bereits bekannten Verteidigungsstrategie gleichkommt: provozieren und revidieren. Heißt: Streitbare Positionen brachten Yiannopoulos schon oft ein hohes Maß an Aufmerksamkeit - wurde der Gegenwind zu heftig, schwächte er diese ab.

Yiannopoulos sagte, er sei selbst Opfer von Kindesmissbrauch und habe geglaubt, daher könne er zu dem Thema sagen, was er will - egal wie abscheulich das sei. "Ich möchte noch einmal meine absolute Abscheu für Erwachsene zum Ausdruck bringen, die Minderjährige missbrauchen", schrieb der Journalist in einer Erklärung. Auch seien die Passagen im Podcast absichtlich irreführend geschnitten worden, wirft er den Medien vor. Allerdings weist Yiannopoulos selbst im Interview mehrfach darauf hin, eine kontroverse Position zum Thema Sex mit Minderjährigen zu vertreten. Mit der sei sicher nicht jeder einverstanden - es ist eine Position, die eine Straftat für legitim erklärt.

Als der Radiomoderator ihm entgegenhält, die Äußerungen zum Sex mit Minderjährigen erinnerten ihn doch sehr an katholische Priester, die Schutzbefohlene missbrauchten, kontert Yiannopoulos: "Wissen Sie was? Ich bin dankbar für Pastor Michael. Ich wäre heute nie so gut beim Oralsex, wenn es ihn nicht gegeben hätte."

Quelle: n-tv.de

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