Politik

Maul- und Klauenseuche Britische Schafe illegal eingeführt

Möglicherweise sind Schafe aus mit Maul- und Klauenseuche infizierten Beständen in Großbritannien illegal nach Deutschland gebracht worden. Das berichtet der Bundesverband der Amtstierärzte. Möglicherweise sei der illegale Transport über Nachbarländer abgewickelt worden. Der Verdacht auf Maul- und Klauenseuche in Thüringen hat sich nicht bestätigt.

"Diese Tiere sind tickende Zeitbomben", sagte der Präsident der beamteten Tierärzte in Deutschland, Herbert Wohn, der "Bild"-Zeitung. Der Verband will jetzt die EU-Kommission drängen, eine Seuchen-Task-Force einzuführen. "Wir brauchen eine Einsatztruppe von Tierärzten, die bei Seuchen-Ausbruch sofort einsetzbar ist", forderte Wohn.

Die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Klaudia Martini (SPD), verlangte unterdessen die Abschaffung von EU-Subventionen für den Transport von lebenden Tieren. Eine solche Maßnahme diene in erster Linie dem Tierschutz, helfe aber auch, die Ausbreitung von Tierkrankheiten einzudämmen, sagte Martini im Deutschlandradio Berlin. Sie plädierte zudem erneut für eine Wiedereinführung der Pflichtimpfung gegen Maul- und Klauenseuche in der EU.

Entwarnung in Thüringen

Der Verdacht auf MKS in einer Schweinezuchtanlage im thüringischen Niederzimmern hat sich nicht bestätigt. In einem dritten Test sei kein Viruswachstum festgestellt worden, sagte der Landestierarzt im Sozialministerium und Leiter des Referates Tierseuchenbekämpfung, Leonhard Fischer. Über das Ergebnis habe ihn die Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere in Tübingen informiert.

MKS schränkt öffentliches Leben ein

Unterdessen schränkt die Furcht vor der Maul- und Klauenseuche das öffentliche Leben und den Grenzverkehr immer mehr ein. An vielen Grenzübergängen wurden die Schutzmaßnahmen verschärft. Das Kieler Kultusministerium stoppte Schulwanderfahrten nach England und Frankreich. Der Zoo in Karlsruhe wurde aus Angst vor der Seuche auf unbestimmte Zeit geschlossen.

In Deutschland ist bisher noch kein Fall von Maul- und Klauenseuche entdeckt worden. Allerdings hat Hessen fünf Bauernhöfe gesperrt, die in den vergangenen Wochen Rinder aus Frankreich bekommen hatten. Die 82 Tiere werden zur Zeit auf Anzeichen der Krankheit untersucht.

Für einen Hof in Mecklenburg-Vorpommern wurde unterdessen Entwarnung gegeben.

Quelle: ntv.de