Politik

Vergangenheit im "Dritten Reich" Buback war in der NSDAP

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Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Deutschlands höchster Ankläger wurde am 7. April 1977 in Karlsruhe von der RAF getötet (undatierte Aufnahme).

(Foto: picture alliance / dpa)

Ex-RAF-Mitglied Wisniewski macht die NSDAP-Mitgliedschaft von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, von 1974 bis 1977 Deutschlands höchster Richter, öffentlich. Laut Bundesanwaltschaft war die Vergangenheit Bubacks im Dritten Reich der Behörde bekannt.

Der ehemalige Generalbundesanwalt Siegfried Buback war im Dritten Reich Mitglied der NSDAP. Dem Südwestrundfunk (SWR) liegt die Karteikarte über die Mitgliedschaft Bubacks aus dem Bundesarchiv in Berlin vor. Der Hinweis auf die Mitgliedschaft kam von einem ehemaligen Terroristen der "Roten Armee Fraktion". RAF-Terroristen hatten Buback 1977 ermordet. Die Ex-Terroristin Verena Becker steht derzeit in Stuttgart vor Gericht, weil sie als Mittäterin an dem Anschlag beteiligt gewesen sein soll.

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Verena Becker soll Mittäterin bei dem Anschlag gewesen sein.

(Foto: dpa)

Den Hinweis auf die zuvor in der Öffentlichkeit nicht bekannte Parteimitgliedschaft Bubacks gab ein ehemaliger RAF-Terrorist. Stefan Wisniewski, der vergangene Woche im Prozess gegen Verena Becker als Zeuge vernommen wurde, hatte auf den Rücken seines Kapuzenpullis eine Aufschrift in polnischer Sprache gedruckt: "Scigajcie ten slad" - übersetzt heißt das : "Verfolgt die Spur" - und darunter die Nummer 8179469.

Recherchen des SWR im Bundesarchiv ergaben: Es handelt sich um die NSDAP-Mitgliedsnummer von Buback. Der Karte aus der Mitgliederkartei zufolge beantragte der damals 20-jährige Buback am 11. April 1940 die Aufnahme in die Partei, am 1. Juli wurde dem Antrag stattgegeben.

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Michael Buback, Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, will wissen, wer seinen Vater erschossen hat.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mitteilte, war der Behörde die Mitgliedschaft Bubacks von Beginn an bekannt. Die Aktion Wisniewskis wollte der Sprecher nicht kommentieren. Bubacks Sohn Michael war noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Da die Mitgliedsakten der NSDAP erst seit 1990 zugänglich sind, gilt es als ausgeschlossen, dass die Terroristen schon 1977 von der Mitgliedschaft wussten.

Auch Wisniewski wollte sich nach Angaben seiner Rechtsanwältin nicht äußern. Gegen den 57-Jährigen wird selbst wegen des Mordanschlags auf Buback ermittelt. Ehemalige RAF-Genossen hatten angegeben, er sei wahrscheinlich derjenige gewesen, der Buback vom Rücksitz eines Motorrads aus erschoss. Die Ermittlungen gegen Wisniewski blieben bislang jedoch ohne konkretes Ergebnis.

Quelle: n-tv.de, dpa