Politik

Belegepraxis sorgt für Probleme Bürger warten länger auf Steuerbescheid

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Die Bearbeitungszeiten der Finanzämter haben sich in einigen Bundesländern verlängert.

(Foto: dpa)

Seit einigen Jahren muss der Steuerzahler seine alljährliche Steuererklärung auf elektronischem Wege einreichen. Seitdem muss er auch keine Belege mehr mitschicken. Eine Vereinfachung für beide Seiten, könnte man meinen. Dem ist aber offenbar nicht so.

Viele Steuerzahler in Deutschland mussten 2018 länger auf ihren Steuerbescheid warten als im Jahr davor. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Erhebung des Bundes der Steuerzahler. Elf Bundesländer brauchten mehr Zeit, nur in drei Ländern ging es schneller, in zwei Ländern blieb die Dauer gleich. So stieg zum Beispiel in Niedersachsen die durchschnittliche Bearbeitungszeit von knapp 56 auf 63 Tage. In Schleswig-Holstein waren es 56 statt 44 Tage.

Am schnellsten ging es 2018 wieder in Berlin. Hier waren es 38 Tage von der Erklärung bis zum Bescheid. Im Vergleich zu 2017 waren das aber auch anderthalb Tage mehr. Auf den weiteren Plätzen folgten Hamburg (39 Tage) und das Saarland (40 Tage).

Als Gründe für die teilweise deutlich längeren Bearbeitungszeiten nannten die Behörden unter anderem die neue Belegepraxis. Steuerzahler müssen keine Belege mehr beifügen. Bei einigen Sachverhalten würden diese jedoch benötigt und müssten nachträglich angefordert werden.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, sagte im Gespräch mit dem Blatt: "Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen." Finanzämter verlangten seit einigen Jahren eine elektronische Einkommensteuererklärung. "Umgekehrt profitieren die Steuerzahler von der Digitalisierung bisher aber nur wenig. Es ist nur verständlich, dass dies viele Menschen verärgert."

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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