Politik

Teure Verzögerungen beim Netzausbau Bund soll für Zeitverzug haften

Wer trägt die Kosten, wenn der Betreiber eines Windparks seinen Strom nicht vertreiben kann, weil das Netz noch nicht im ausreichenden Maße ausgebaut ist? Wenn es nach Umweltminister Altmaier geht, soll das künftig der Bund sein – zumindest vorübergehend.

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Altmaier besucht Deutschlands ersten Offshore-Windpark.

(Foto: dapd)

Bundesumweltminister Peter Altmaier will beim Ausbau der Offshore-Windkraft Druck machen. "Wir möchten, dass dieses ehrgeizige Projekt zum Erfolg kommt. Das ist ganz wichtig für Deutschland insgesamt", sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch in Deutschlands erstem Offshore-Windpark Alpha Ventus, 45 Kilometer nördlich von der Insel Borkum. Der Gesetzgeber müsse hier für klare und verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.

Im Bundeskabinett soll am 29. August ein Gesetzentwurf für eine Haftungsregelung vorgelegt werden, die Betreiber von Windparks gegen Verzögerungen bei der Netzanbindung ihrer Anlagen absichert. Geplant sei eine Regelung, bei der der Staat Ausfälle zunächst vorstreckt, dies aber am Ende der Gesamtförderdauer verrechnet. Der Gesetzgeber müsse hier für klare und verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. "Das ist notwendig, damit der Ausbau der Windenergie auf hoher See zielstrebig und planmäßig vorankommt", sagte der Minister. Bisher war nur davon die Rede, Regierung will mehr Ökostrom

Altmaier will Netzausbau nicht übereilen

Scharfe Kritik übte Altmaier an den erheblichen Zeitverzögerungen bei der Lieferung von Kabeln für Offshore-Windparks. "Ich bin nicht bereit hinzunehmen, dass Wartezeiten von 50 Monaten entstehen, bis eine Kabelverbindung zur Verfügung steht", sagte er während seines Besuchs bei Alpha Ventus. Der Minister besuchte in Bremerhaven auch den Windanlagenhersteller Areva.

Altmaier äußerte sich erneut besorgt über den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien an Land. Dies sei "mit großen Problemen für den Netzausbau" verbunden, sagte er in Bremerhaven ausdrücklich auch mit Blick auf Onshore-Windparks. Er warb in diesem Zusammenhang erneut für einen möglichst breiten Konsens über einen Ausbauplan für den Ökostrom - zwischen Nord- und Süddeutschland und auch, um einen "Wettlauf zwischen Onshore und Offshore" zu verhindern.

Zuvor hatte Altmaier, der sich auf einer viertägigen Sommerreise zum Thema Energiewende befindet, im schleswig-holsteinischen Friedrichskoog gesagt, es mache keinen Sinn, Windräder zu installieren, die dann wegen fehlenden Netzausbaus "sich nicht drehen können". Er verwies auch auf hohe Kosten, die über die Einspeisevergütung die Stromverbraucher tragen müssten.

Quelle: n-tv.de, AFP

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