Politik

Vorwärts Kameraden... Bundeswehr verringert Mazedonien-Kontingent

Die Bundeswehr verringert ihre Truppen in Mazedonien um die Hälfte. Das meldet das Magazin „Focus“. Dem Bericht zufolge werden 200 der 400 Soldaten aus dem gesicherten Nachschubstützpunkt bei Tetovo abgezogen, ebenso Munitionsvorräte für die deutschen KFOR-Soldaten im Kosovo. Das Verteidigungsministerium wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Soldaten waren erst im Frühjahr in den Stützpunkt bei Tetovo verlegt worden. Zuvor waren sie mehrfach in Schießereien zwischen der mazedonischen Armee und albanischen Rebellen geraten.

Reaktionen auf Soldaten-Selbstmorde

Unterdessen meldet die Bundeswehr den achten Selbstmord eines ihrer Soldaten seit Beginn ihres Balkan-Einsatzes vor sechs Jahren. Der CDU-Verteidigungspolitiker Paul Breuer forderte nun Konsequenzen. Nach seiner Meinung sei die Einsatzdauer von derzeit sechs Monaten zu lang. „Vier Wochen auf dem Balkan sind genug", sagte Breuer der „Bild am Sonntag“.

Das Verteidigungsministerium widersprach Breuer. Die Zahl der Selbstmorde hänge nicht mit der Einsatzdauer zusammen, hieß es. Die Selbstmordrate in der Bundeswehr liege nicht über der in der Gesellschaft insgesamt. Auch die Bundeswehr sei nicht vor negativen Erscheinungen in der Gesellschaft gefeit.

Letzte Woche erlag ein 24-jähriger Hauptgefreiter aus Mecklenburg-Vorpommern im Lager Prizren im Kosovo einer Schusswunde im Kopf. Die Bundeswehr schloss einen Unfall und Fremdverschulden aus. Sieben der Selbstmörder waren den Angaben zufolge jünger als 30 Jahre. Insgesamt seien bisher 30 deutsche Soldaten in den Kontingenten von KFOR (im Kosovo stationiert) und SFOR (in Bosnien stationiert) ums Leben gekommen.

Quelle: n-tv.de