Politik

Radioaktive Leuchtfarbe Bundeswehrsoldaten verseucht?

Vor Jahrzehnten verwendete Krebs erregende Leuchtfarbe kann Bundeswehrsoldaten krank gemacht haben. Das bestätigte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König. Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach eventuell 50.000 Soldaten betroffen seien, wies er aber strikt zurück.

Die Zahl der Männer, die mit der Verarbeitung der Farbe beschäftigt waren, sei deutlich geringer gewesen. Mit der Farbe wurden etwa Instrumente oder Wegweiser im Bunker beschriftet.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, mehrere Soldaten hätten Anträge auf Versorgung wie zum Beispiel höhere Rentenbezüge gestellt, in denen auch die Leuchtfarbe eine Rolle spielt. Schadenersatzklagen lägen dem Ministerium aber nicht vor. Genaue Zahlen der Betroffenen waren nicht zu erfahren.

König war Vorsitzender der Radarkommission, die bereits vor einem Jahr dem Verteidigungsministerium und dem Bundestag einen Bericht zu Strahlenschädigungen in der Bundeswehr vorgelegt hatte. Dabei ging es auch um die Leuchtfarbe, die Krebs erregendes Radium 226 enthielt. Die Kommission stellte fest, dass die Bundeswehr die Gefahr der Farbe bereits Anfang der 60er Jahre erkannt hatte, den Austausch der Substanz aber aus Gründen der militärischen Einsatzbereitschaft nicht unmittelbar umsetzte - der Prozess dauerte bis 1989.

Die Experten zeigten Möglichkeiten auf, wie betroffene Soldaten Versorgungsanträge stellen und wie diese geprüft werden können. Die Berliner Kanzlei Geulen und Klinger, die 752 ehemalige Soldaten und Techniker der Bundeswehr vertritt, die infolge ihrer Tätigkeit an Radargeräten an Krebs erkrankt seien, erklärte, die Leuchtfarbe sei eine erhebliche Gefahr für eine Erkrankung an Lungenkrebs oder Knochenkrebs gewesen.

Quelle: ntv.de