Politik

Zugausfälle und Verspätungen Bundesweiter Bahn-Streik

Bei der Deutschen Bahn kommt es heute im morgendlichen Berufsverkehr bundesweit zu massiven Behinderungen. Die Lokführergewerkschaft GDL will mit flächendeckenden Warnstreiks den Zugverkehr zwischen 6.00 und 6.45 Uhr komplett stilllegen. Mit einer Normalisierung des Nah- und Fernverkehrs wird erst am frühen Nachmittag gerechnet.

Nach Angaben der Deutschen Bahn werde zwar der Fahrplan durcheinander gebracht; man werde jedoch alles versuchen, um den Verkehr sicherzustellen, sagte Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel am Mittwoch bei n-tv.

Druck auf Bahn

Mit den Protesten machen die Gewerkschaften im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn AG mehr Druck. Die Verhandlungen gehen am Vormittag in Berlin in die dritte und voraussichtlich entscheidende Runde. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt und eine sofortige Angleichung der Ost-Einkommen an Westniveau.

Die Gewerkschaft GDL, die getrennt verhandelt, strebt einen Spartentarif für Lokführer und Zugbegleiter an. Sie fordert zudem 3 Prozent mehr Geld sowie eine Ost-West-Angleichung bis 2007.

Bensel bekräftige gegenüber n-tv, dass der Bahn-Vorstand heute ein faires Angebot vorlegen werde. So würden neben einem Inflationsausgleich der Wegfall der Ost-West- Differenzen vorgeschlagen, eine Bonuszahlung für 2004/2005 sowie die Fortsetzung des 2004 auslaufenden Beschäftigungsbündnisses.

Hunderttausende betroffen

Bisher haben die Gewerkschaften Transnet und GDBA nur mit regionalen Warnstreiks Druck auf das Bahn-Management gemacht. Am Dienstag und Mittwoch kam es zu den bisher massivsten Arbeitskämpfen seit Beginn der Warnstreiks. In Bayern wurde am Dienstag der öffentlichen Nahverkehr in München, Nürnberg und Regensburg zeitweise lahm gelegt. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren rund 300.000 Fahrgäste betroffen.

In Hamburg und Niedersachsen traten nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch rund 500 Beschäftigte eines Betriebshofes in den Ausstand und verhinderten so die Ausfahrt von 15 ICE-Zügen. Betroffen waren unter anderem die Verbindungen nach Berlin, Stralsund und Köln. In Hannover legten Angestellte des Reisecenters im Hauptbahnhof die Arbeit nieder.

Streik-Urabstimmungen angedroht

Sollte weiter keine Einigung möglich sein, haben die Gewerkschaften mit dem Scheitern und Streik-Urabstimmungen gedroht. Ein Schlichtungsabkommen gibt es bisher nicht. Zuletzt wurde bei der Bahn im Jahr 1992 flächendeckend gestreikt.

Unter der Rufnummer 0800 / 6644 225 hat die Bahn eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sich Kunden über mögliche Fahrplanänderungen informieren können.

Quelle: n-tv.de