Politik

Beim APEC-Gipfel in Hanoi Bush blitzt bei Roh ab

US-Präsident George W. Bush, der südkoreanische Präsidenten Roh Moo Hyun und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe haben zwar ihre gemeinsame Haltung gegen eine atomare Aufrüstung Nordkoreas betont. Bei einem Treffen der drei Politiker am Rande des Gipfeltreffens der Pazifik-Anrainerstaaten (APEC) in Hanoi erklärte Roh jedoch, Südkorea könne nicht "in vollen Ausmaß" an der von den USA angeführten Sicherheitsinitiative PSI teilnehmen, auch wenn "wir die Prinzipien und Ziele" dieses Programms gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen unterstützten.

Bush betonte den Willen der USA, im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche eine diplomatische Lösung des Problems anzustreben.

US-Sicherheitsberater Stephen Hadley machte allerdings deutlich, dass die neue Phase der Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas mit "konkreten Schritten" Pjöngjangs verbunden sein müsse. Es lege noch bei den fünf Verhandlungspartnern Nordkoreas - neben den USA China, Russland, Japan und Südkorea - über die Forderungen an Nordkorea zu befinden, so Hadley. "Die Sechser-Gespräche dürfen kein Instrument der Verzögerung werden."

Bush war es zuvor nicht gelungen, Südkorea zur Teilnahme an einem Überwachungsprogramm gegen Nordkorea zu bewegen. Der APEC-Gipfel werde wohl zum Abschluss der Tagung eine gemeinsame Erklärung verabschieden, bei der die atomaren Rüstungsanstrengungen Nordkoreas deutlich kritisiert würden, hieß es aus amerikanischen Delegationskreisen.

Vietnam als Beispiel für Nordkorea und Birma

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat unterdessen Birma und Nordkorea aufgerufen, dem Beispiel Vietnams zu folgen und sich zu öffnen. "Nichts wäre besser für ihre Bevölkerung, als sich der internationalen Gemeinschaft zu öffnen und einen neuen Weg des Friedens und Wohlstands einzuschlagen", sagte Rice am Rande des APEC-Gipfels. Es sei bemerkenswert, dass sie als US-Außenministerin kaum drei Jahrzehnte nach dem Krieg gegen Vietnam in Hanoi sei und es dabei nicht um den Konflikt, sondern um Wirtschaftsbeziehungen gehe.

Die USA sind bereits der wichtigste Handelspartner Vietnams. 80 Prozent der rund 84 Millionen Einwohner Vietnams leben noch auf dem Land. Vietnam wurde aber Anfang November als 150. Mitgliedsland in die Welthandelsorganisation (WTO) eingeladen.

An dem Gipfel nehmen die Präsidenten der USA, Russlands und Chinas sowie Staats-und Regierungschefs von 18 weiteren Ländern teil. Bei den Beratungen geht es vor allem um eine Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen mit dem erwarteten Aufruf, die vorerst gescheiterte Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels wieder in Gang zu bringen.

Quelle: ntv.de