Politik

Vorbild Norwegen Chefinnen notfalls erzwingen

Auch Kanzlerin Merkel findet es "nicht hinnehmbar", dass noch immer mehr Männer in den Chefsesseln deutscher Konzerne Platz nehmen. Die Frauen-Union will deshalb notfalls wie Norwegen Gesetze einführen, die diesen Zustand ändern sollen.

2lv13435.jpg5470297908414577986.jpgDie Frauen-Union der CDU will den Anteil von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft notfalls per Gesetz erhöhen. "Norwegen hat per Gesetz eine Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten beschlossen. Wenn alle Appelle nichts nützen, kann das auch für Deutschland eine Option sein", erklärte die frisch wiedergewählte Vorsitzende der Frauen-Union, Maria Böhmer, in Duisburg. Sie war auf dem dortigen Bundesdelegiertentag der Frauen-Union mit knapp 97 Prozent im Amt bestätigt worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich gegen eine verpflichtende Frauenquote in der Wirtschaft aus; allerdings räumte sie ein, dass das Beispiel Norwegen gezeigt habe, dass bereits eine alleinige Drohung Ergebnisse bringen könne.

CDU-Frauen für kostenlose Kindergärten

Die Frauen-Union beschloss zudem eine Erklärung, in der unter anderem die Themen Lohngleichheit, Bildung und verbesserte Altersvorsorge für Frauen in den Vordergrund gestellt werden. Besonders Druck machen wollen die CDU-Frauen demnach, um möglichst schnell einen beitragsfreien Kindergartenbesuch zu ermöglichen. Im CDU-Wahlprogramm heiße es an dieser Stelle nur, dass dieses Ziel "langfristig" angestrebt werde. Ferner fordern die CDU- Frauen einen höheren steuerlichen Kinderfreibetrag von 8004 statt 6024 Euro; für Mütter und Väter, die keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen, planen sie ein Betreuungsgeld.

Zuvor hatte Merkel bereits eindringlich an die großen Konzerne in Deutschland appelliert, mehr Frauen in ihre Vorstände und Aufsichtsräte zu berufen. "Was sich in der deutschen Wirtschaft abspielt, gerade in den großen Unternehmen, ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar", sagte die CDU-Vorsitzende in Duisburg. Der Mittelstand sei dabei schon viel weiter als die großen Konzerne. Grade viele familiengeführte Firmen hätten mit Blick auf Führungsaufgaben erkannt: "Auch Töchter sind manchmal besser geeignet." Unternehmen verließen Deutschland nicht aus Steuergründen, sondern weil sie nicht genügend Fachkräfte fänden. "Da sind Frauen ein großes Potenzial", sagte sie. Merkel beklagte zudem, dass es noch Bereiche der Wirtschaft gebe, in denen Frauen "signifikant schlechter bezahlt" seien.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts

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