Politik

Schrein-Besuch China warnt Shinzo Abe

China hat den neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe vor dem Besuch des umstrittenen Yasukuni-Kriegsdenkmals gewarnt. Abe habe eine unklare Haltung bezüglich solcher Besuche eingenommen, kritisierte die amtliche Zeitung "People's Daily". Die Hindernisse für die politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern seien nicht beseitigt worden. Abe hat in der Vergangenheit die Besuche des Schreins durch seinen Vorgänger Junichiro Koizumi gerechtfertigt, jedoch nicht erklärt, ob er selbst das Denkmal besuchen wolle.

Mit dem Schrein werden neben 2,5 Millionen Kriegstoten auch hochrangige Generäle aus dem Zweiten Weltkrieg verehrt, die später als Kriegsverbrecher verurteilt wurden. Japan unterwarf sich zwischen 1931 und 1945 große Gebiete Chinas. In China und Südkorea gilt das Denkmal als Zeichen des japanischen Militarismus. Besuche des Schreins führten in der Vergangenheit wiederholt zu Verstimmungen zwischen beiden Ländern. Abe löste Koizumi am Dienstag im Amt des Regierungschefs ab.

Als jüngster Ministerpräsident der Nachkriegszeit und erster Regierungschef, der nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde, will Abe die pazifistische Nachkriegsverfassung durch eine neue ersetzen, um dem Land wieder ein reguläres und flexibel einsetzbares Militär zu ermöglichen. Zudem strebt Abe, der als noch konservativer als Koizumi eingeschätzt wird, eine durchgreifende Erziehungsreform an und wünscht sich, dass an Schulen wieder ein stärkerer Patriotismus vermittelt wird.

Quelle: ntv.de