Politik

Rassistische Gewalt Chinesen fliehen von Salomonen

Aus Angst vor weiteren Unruhen sind zahlreiche Chinesen von den pazifischen Salomoninseln geflohen. Etwa 150 Chinesen wurden aus der Hauptstadt Honiara ausgeflogen, nachdem sie unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zum Flughafen gebracht worden waren. Schon am Samstag waren 90 chinesische Staatsbürger nach Papua-Neuguinea in Sicherheit gebracht worden.

In dem Inselstaat war es in der vergangenen Woche nach der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten zu Ausschreitungen gekommen. Rund 1.500 Demonstranten verwüsteten das chinesische Geschäftsviertel und schlugen Einwohner in die Flucht. Australien hat inzwischen angekündigt, mehr Soldaten zur Verbesserung der Lage zu schicken. Zu den 300 bereits stationierten Soldaten sollten 25 weitere kommen, die den Flughafen bewachen sollten, sagte Australiens Verteidigungsminister Brendan Nelson am Sonntag. Aus Neuseeland trafen 50 Soldaten auf den Salomonen ein.

Hintergrund der Ausschreitungen war der Protest vieler Inselbewohner gegen die Wahl des bisher stellvertretenden Ministerpräsidenten Snyder Rini ins Amt des Regierungschefs durch das Parlament. Demonstranten und Plünderer werfen Rini vor, unter starkem Einfluss der taiwanesischen Regierung sowie von chinesischen Geschäftsleuten zu stehen. Zudem fordern sie einen politischen Neuanfang des Landes, den sie von Rini nicht gewährleistet sehen. Rini forderte seine Gegner zum Dialog auf.

Die Inselgruppe mit rund 500.000 Einwohnern stand bis 1978 unter britischem Protektorat und ist seither ein selbstständiger Staat und Mitglied im Commonwealth. Die Wahlen im April waren die ersten seit der Befriedung des Landes 2003, als sich bewaffnete Bewohner verschiedener Inseln eine Schlacht um Honiara lieferten. Damals brachten internationale Friedenstruppen unter australischer Führung die Lage unter Kontrolle.

Für Mittwoch ist eine Vertrauensabstimmung über Rini angesetzt. Sowohl die Rini-Unterstützer als auch dessen Kritiker haben im Vorfeld erklärt, sie hätten die Mehrheit der Abgeordneten auf ihrer Seite.

Quelle: ntv.de

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