Politik
Samstag, 07. Juni 2008

Unterstützung für Obama: Clinton gibt auf

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Hillary Clinton offiziell ihre Niederlage eingeräumt. Die New Yorker Senatorin verkündete in Washington ihre Unterstützung für den schwarzen Senator Barack Obama, der sich nach den letzten Vorwahlen der Demokraten vergangene Woche bereits zum Kandidaten erklärt hatte. "Heute beende ich meine Kampagne und gratuliere ihm", sagte Clinton vor rund 2000 Anhängern in Washington.

"Wir müssen alle unsere Energie, Leidenschaft und Stärke einsetzen, um dabei mitzuhelfen, dass Barack Obama gewählt wird", sagte die 60-Jährige vor tausenden Anhängern. Sie rief ihre Unterstützer auf, "für ihn genauso hart zu arbeiten wie für mich". "Es ist nicht ganz die Party, die ich mir vorgestellt habe, aber ich freue mich über Eure Gesellschaft", sagte Clinton an ihre Zuhörer gerichtet. Die Senatorin war vor Beginn ihrer Rede mit ihrer Mutter, Ehemann Bill und Tochter Chelsea auf die Bühne gegangen.

Sie zog damit einen Schlussstrich unter einen der längsten und härtesten Vorwahlkämpfe in der Geschichte der US-Demokraten. Zu ihrer politischen Zukunft äußerte sich Clinton nicht. Offiziell wird Obama auf dem Parteitag im August zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten gekürt.

Lob von Obama

Obama lobte in seiner Stellungnahme Clintons tapferen und historischen Wahlkampf. "Sie hat Barrieren eingerissen, für meine Töchter und für Frauen überall, die nun wissen, dass es für ihre Träume keine Grenzen gibt." Clinton habe durch ihre Stärke, ihren Mut und ihren unnachgiebigen Einsatz für die Sache der amerikanischen Arbeiter Millionen beeindruckt, erklärte Obama.

Clinton betonte die historische Dimension des Duells um die Präsidentschaftskandidatur zwischen ihr und Obama. "Kinder werden heute aufwachsen und es als ganz natürlich ansehen, dass ein Afroamerikaner oder eine Frau, ja, Präsident der Vereinigten Staaten werden kann." Keine Frau ist einer Kandidatur ums Weiße Haus je so nah gekommen wie Clinton. Im Laufe des Vorwahlkampfs stimmten 18 Millionen Menschen für sie.

Neuanfang

Nach dem oft ungewöhnlich harten Vorwahlkampf gilt es für die Demokraten nun, im eigentlichen Duell mit dem Republikaner John McCain wieder Zusammenhalt herzustellen. Clinton und Obama unternahmen erste Schritte zu einer Annäherung bei einem Treffen am Donnerstagabend in Washington. Dabei sprachen sie vermutlich über Clintons künftige Rolle im Wahlkampf und in einer demokratisch geführten US-Regierung. Die Senatorin hämmerte ihren Anhängern ein, dass sie nun mit all ihrer Energie und Überzeugung für Obama kämpfen müssten.

Der Senator von Illinois hatte nach einhelliger Einschätzung von Beobachtern seinen Wahlkampf besser organisiert als Clinton und vor allem beim Spendensammeln alle Rivalen hinter sich gelassen. Nun muss er Clintons traditionelle Wählerschaft, die weiße Arbeiterklasse, Frauen und Hispanics, von sich überzeugen. "Es ist jetzt an ihm, meine Unterstützung zu gewinnen", sagte eine Clinton-Anhängerin aus Bethesda bei Washington, nach deren Rückzug.

Quelle: n-tv.de