Politik
Mittwoch, 25. Februar 2015

Fonds wird aufgestockt: DDR-Heimkinder erhalten mehr Hilfen

Die Heimkinder-Problematik gehört zu den dunklen Kapiteln der DDR-Geschichte. Tausende Betroffene haben die Hilfe aus einem Fonds beantragt. Das Bundeskabinett erhöht nun sein Vermögen.

Ehemalige Insassen des Jugendwerkhofes Torgau unterhalten sich in einer Leipziger Beratungsstelle mit einer Psychologin.
Ehemalige Insassen des Jugendwerkhofes Torgau unterhalten sich in einer Leipziger Beratungsstelle mit einer Psychologin.(Foto: dpa)

Frühere DDR-Heimkinder erhalten auch weiterhin Hilfen, um die Folgeschäden aus ihrer Unterbringung zu überwinden. Das Kabinett billigte nach Angaben von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die Aufstockung des Fonds Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990. Damit könne das Fondsvermögen auf bis zu 364 Millionen Euro erhöht werden, sagte die SPD-Politikerin. Diese Summe reiche aus, um allen Betroffenen, die sich bis zum Ende der Anmeldefrist am 30. September 2014 gemeldet hatten, die benötigten Hilfen zu gewähren.

Gemeinsam mit den ostdeutschen Ländern sei es gelungen, die Finanzierung der Hilfen für ehemalige DDR-Heimkinder zu garantieren, erklärte Schwesig. "Damit setzen wir auch ein Zeichen, dass wir als Gesellschaft Verantwortung für diese Menschen übernehmen und ihr Schicksal anerkennen."

Nunmehr bestehe Rechtssicherheit über Hilfen, die mit dem Fonds bezahlt werden können, erklärte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke. Aus dem Fonds erhalten Betroffene Hilfen, die als Kinder und Jugendliche in DDR-Heimen Leid und Unrecht erfahren und Folgeschäden davongetragen haben. Zu den Hilfen zählen medizinisch-therapeutische Maßnahmen und Unterstützung bei der Aufarbeitung des erlittenen Leides. Zudem werden Ausgleichszahlungen gewährt, wenn die Betroffenen während ihrer Heimunterbringung gearbeitet haben, dafür aber keine Sozialversicherungsabgaben gezahlt wurden - und ihnen deshalb Rentenansprüche entgingen

In der DDR waren nach Angaben des Ministeriums zwischen 1949 und 1990 insgesamt etwa 495.000 Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht. Darunter waren etwa 135.000 in den so genannten Spezialheimen und Jugendwerkhöfen, die für besonders grausame Methoden der "Umerziehung" im Sinne der Erziehungsvorstellungen der DDR-Regierung bekannt waren. Zwischen Juli 2012 und September 2014 meldeten sich rund 27.500 Betroffene, um Hilfe aus dem Fonds zu bekommen.

Quelle: n-tv.de