Politik
Mittwoch, 09. Juni 2010

Nach Fusionsgerüchten mit der NPD: DVU feuert ihren Chef

Die rechtsextremen Parteien verlieren kontinuierlich an Boden. Die Zustimmung ist gering, die Mitglieder wenden sich ab. Ganz ohne Vollmacht soll DVU-Chef Faust eine Fusion mit der NPD vorangetrieben haben. Die DVU dankt es ihm nicht und setzt ihn vor die Tür.

Gibt es bereits Absprachen zwischen NPD-Chef Voigt (l) und dem nunmehr ehemaligen DVU-Chef Faust (r)?
Gibt es bereits Absprachen zwischen NPD-Chef Voigt (l) und dem nunmehr ehemaligen DVU-Chef Faust (r)?(Foto: dpa)

Die rechtsextreme DVU hat ihren Bundesvorsitzenden Matthias Faust gefeuert. Der Hamburger Parteichef bestätigte entsprechende Berichte, wonach er mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgeschlossen worden sei. Faust kündigte an, juristisch gegen seinen Rauswurf vorzugehen. Die DVU wirft ihm vor, eine Fusion der rechtsextremen Parteien NPD und DVU ohne Vollmacht des Vorstands angekündigt zu haben. Damit habe er gegen Interessen der Partei gehandelt und gegen Beschlüsse verstoßen.

Laut einem Schreiben, das dem NDR vorliegt, ist es Faust mit sofortiger Wirkung verboten, als Parteivorsitzender oder auch nur als Mitglied der DVU aufzutreten. Faust, der seit Anfang 2009 an der Spitze der rechtsextremen Partei steht, wies alle Vorwürfe zurück. "Das ist an den Haaren herbeigezogen." Der Parteiausschluss ist nach seiner Ansicht nichtig. Er strotze nur so von Formfehlern. Außerdem sei er nie zu der Sache angehört worden.

Die NPD hat derzeit bundesweit rund 7000 Mitglieder, die DVU etwa 6000. Als neuer Name ist "Die soziale Heimatpartei" im Gespräch.

Quelle: n-tv.de