Politik

Weltsozialforum in Porto Alegre Das Davos der Südhalbkugel

Das dritte Weltsozialforum ist im südbrasilianischen Porto Alegre nach Veranstalterangaben mit einer Rekordbeteiligung von mehr als 100.000 Menschen aus 153 Ländern eröffnet worden.

Die Vertreter linker sozialer Bewegungen, Bürgerinitiativen und Gewerkschaften werden fünf Tage lang Ideen und Strategien gegen die Auswüchse der neoliberalen Globalisierung und für eine gerechtere Weltordnung diskutieren.

Ein weiteres Thema wird die drohende Gefahr eines Irak-Krieges sein. Wie beim Parallel-Gipfel der internationalen Machtelite, dem Weltwirtschaftsforum in Davos, steht die Irak-Krise ganz oben auf der diesjährigen Agenda des Weltsozialforums. Die Aktivisten wollen bis zum 28. Januar unter anderem über Möglichkeiten einer friedlichen Beilegung von Konflikten beraten und eine gemeinsame Erklärung dazu verabschieden.

Nachhaltig für eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung

Zahlreiche Seminare und Workshops befassen sich mit Fragen der nachhaltigen Entwicklung, den Menschenrechten und der multikulturellen Gesellschaft. Ein weiterer wichtiger Themenkomplex widmet sich dem Recht der Völker auf eine selbst bestimmte Ernährung und Landwirtschaft. Auch der Zugang für alle Menschen zu lebensnotwendigen Medikamenten, vor allem zur Aids-Therapie, sowie zu sauberem Trinkwasser, wird eine zentrale Forderung der Konferenz sein.

Als prominente Redner werden neben anderen der linksgerichtete US-Intellektuelle und Linguistik-Professor Noam Chomsky erwartet sowie der brasilianische Präsident Luiz Incio da Silva, genannt Lula, der den Kampf gegen den Hunger zum Hauptziel seiner Amtszeit erklärt hat.

Normalerweise sind Politiker nicht zu dem basisdemokratischen Welttreffen zugelassen. Lula verkörpere jedoch die Hoffnungen vieler Teilnehmer des Forums auf eine andere Politik, begründeten die Organisatoren die Ausnahme.

Quelle: ntv.de