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Utopistin Merkel, nutzlose Muslime Das steht im neuen Sarrazin-Buch

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Streitbar: Ex-Politiker und Autor Thilo Sarrazin.

(Foto: picture alliance / dpa)

In seinem neuen Buch arbeitet sich Thilo Sarrazin an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin ab. Der umstrittene Autor erklärt, warum die Einwanderung Deutschlands Wohlstand gefährde. Sein Rat: nur die "Richtigen" ins Land holen.

Seinem Rhythmus bleibt er treu. Die bisherigen Bücher Thilo Sarrazins erschienen im Zwei-Jahres-Takt. Zwei Jahre nach "Der neue Tugendterror" legt er nun ein neues Buch vor. "Wunschdenken: Europa, Währung, Bildung, Einwanderung - warum Politik so häufig scheitert", heißt es. Ein 560 Seiten langer Rundumschlag.

Am meisten Aufmerksamkeit widmet der frühere Berliner Finanzsenator und Bundesbankvorstand dem Thema Einwanderung. Der 71-Jährige knöpft sich die Einwanderungspolitik der Bundesregierung vor. Sie dient ihm als Idealbeispiel einer Politik, die gutem und gewissenhaftem Regieren widerspricht. Die "undurchdachte" Flüchtlingspolitik sei der größte Fehler der deutschen Nachkriegspolitik, "die größte politische Torheit, die ein deutscher Regierungschef" seit dem Zweiten Weltkrieg begangen habe. Die wichtigsten acht Botschaften aus Sarrazins neuem Buch:

Sarrazins Sozialtheorie

Mensch ist nicht gleich Mensch, nicht bei Thilo Sarrazin. Zu unterschiedlich ist nach seiner Lesart die Prägung durch den jeweiligen Kulturkreis. Die Herkunft habe maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftskraft und -entwicklung eines Landes. In Sarrazins Worten: Das "kognitive Kapital" entscheidet über Wachstum und Wohlstand. Dieses variiert von Land zu Land stark. Das Sozialkapital hängt zudem davon ab, wie sehr ein Mensch die Gesellschaft als seine empfindet. Je fremder sie ihm wird, desto geringer das Gemeinschaftsgefühl. Umso ethnisch durchmischter sie ist, desto niedriger das Sozialkapital, sagt Sarrazin. Ein Staat funktioniert umso besser, je mehr die Menschen die gleichen Werte teilen, nicht alle Identitäten sind miteinander vereinbar.

Merkel, die Utopistin

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Polarisiert mit ihrer Flüchtlingspolitik: Angela Merkel.

(Foto: REUTERS)

Sarrazin stellt die deutsche Kanzlerin in eine Reihe mit Platon, Karl Marx und Thomas Morus, deren Utopien er ausführlich beschreibt. Mit ihren Selfies mit Flüchtlingen habe Merkel "das größte Sozialexperiment Europas seit der russischen Revolution" gestartet und damit die Existenzvoraussetzung eines Staates, die Herrschaft über sein Gebiet, infrage gestellt. Das Experiment könne Deutschland "zur Unkenntlichkeit verändern". Der Umfang des Schadens werde davon abhängen, "ob und wie es noch gebremst werden kann".

Die Kanzlerin hat versagt

Schon im Vorwort deutet Sarrazin an, dass sein neues Buch auch eine Abrechnung mit Angela Merkel ist. Auf ihr Betreiben sei er damals aus dem Vorstand der Bundesbank entlassen worden. "Ich konnte damals meine bürgerliche Ehre nur mit Mühe retten", schreibt er. In der Flüchtlingskrise zeige sich, dass Merkel eine Agenda verfolge, die sich von den Interessen der deutschen Bürger "emanzipiert" habe. Sie wolle die Deutschen in ein neues "Abenteuer der Entgrenzung führen" und wische Bedenken einfach beiseite. Für erfolgreiche Politik reichten keine moralischen Maßstäbe, findet Sarrazin. Er unterstellt Merkel sogar Eitelkeit. Um eine Willkommenskultur zu zelebrieren und sich mit einem Heiligenschein zu schmücken, habe sie die Krise in Kauf genommen, die einen "Kulturbruch verursachen" und die "Identität der Nation" zerstören könne.

Gute Politik, schlechte Politik

Die Rentenreform 1957, der Zuzug von Gastarbeitern, die mangelnde Reaktion auf den Geburtenrückgang in den 60ern und die Gewährung von Daueraufenthaltsrechten und Familiennachzug für nichteuropäische Einwanderer – das sind für Sarrazin die großen politischen Fehler der Vergangenheit. Das neueste Beispiel ist für ihn die Flüchtlingspolitik. Damit verstoße die Bundesregierung gegen den Grundsatz, dass Staatlichkeit die eigenen Grenzen wirksam kontrollieren müsse. Sarrazins Schlussfolgerungen klingen dramatisch. Die Rückgewinnung der Kontrolle über die Grenzen werde zur Existenzfrage für das Überleben der Gesellschaft. "Wer schützt eigentlich ein Land, wenn seiner Regierung die Urteilskraft abhanden gekommen ist? Die untergegangene DDR wurde immerhin von der westdeutschen Bundesrepublik aufgefangen. Wer aber fängt dereinst die Bundesrepublik auf?"

Muslime sind schlecht für Deutschland

Bereits in früheren Büchern bescheinigte Sarrazin Muslimen eine mangelnde Integrationsbereitschaft. Auch in seinem neuen Werk malt er ein düsteres Bild. Die eingereisten Muslime seien zwar zum größten Teil keine Terroristen, aber sie vergrößerten die Parallelgesellschaften, "aus denen sich religiöser Fundamentalismus und im Extremfall auch Terrorismus nähren". Auch betont Sarrazin immer wieder die Rückständigkeit muslimischer Länder. Er prognostiziert, dass etwa die Syrer im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Qualifikationsstruktur ähnlich wie frühere Einwanderer aus muslimischen Staaten schlechte Voraussetzungen mitbrächten. Er verweist auf "Unterwerfung", den 2015 erschienenen Roman Michel Houellebecqs. Darin skizziert der Schriftsteller die Übernahme Frankreichs durch eine Muslimbruderschaft. Ein Vorbild für das, was Deutschland bevorsteht? So kann man es bei Sarrazin zumindest verstehen.

Deutschlands Verantwortung in der Welt

"Deutsche Politik ist zuständig für Bürger in Deutschland, nicht für den Rest der Welt", schreibt Sarrazin. Jede Gesellschaft habe das Recht, den Ertrag ihrer Arbeit und Kultur selbst zu vereinnahmen. Deutschland schulde anderen Ländern lediglich, ihnen nicht auf der Tasche zu liegen oder sie nicht zu bedrohen. An den Verhältnissen und Fluchtursachen in den Herkunftsländern kann Europa laut Sarrazin ohnehin wenig ändern. In der Vergangenheit hätten weder Entwicklungshilfe noch Auslandseinsätze geholfen. Nur mit Rat und fachlicher Expertise könne Deutschland helfen. "Heilung und Verbesserung der Verhältnisse kann nur aus dem jeweiligen Land selber kommen." Jedes Land in Europa habe seine Entwicklung aus eigener Kraft bewältigt. "Das Schicksal Afrikas liegt nicht in unserer Hand." Die Flüchtlingspolitik schade der Zukunft Deutschlands, löse aber kein einziges Problem in Afrika.

So will Sarrazin die Einwanderung steuern

Flüchtlingsboote abfangen, zurückbringen und zerstören, um das Geschäft der Schlepper auszutrocknen, sagt Sarrazin. Er fordert: Asyl nur noch für jene, die nachweislich wegen politisch aktiver Tätigkeit bedroht werden. Er empfiehlt eine neue zielgerichtete Migrationspolitik. Aus seiner Sicht nimmt Deutschland die falschen Migranten auf, sie verbrauchten mehr Wohlstand als welchen zu schaffen, seien überdurchschnittlich kriminell, ungebildet und arbeitslos. Erneut versucht Sarrazin mit Studien zu zeigen, wie der IQ einer Gesellschaft durch Einwanderung in vielen Staaten gesunken ist. Er schlägt vor, Deutschland solle künftig nur noch Einwanderer aufnehmen, die in einem entsprechenden Qualifikationstest mindestens so gut abschneiden wie der deutsche Durchschnitt. Anhand von Schulleistungstests will Sarrazin beweisen: Ostasiaten und Osteuropäer sind produktiver und deshalb nützlicher als Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten. Mit einer gezielten Steuerung der Einwanderer sei es Australien und Singapur gelungen, die "kognitive Kompetenz" im Land sogar zu steigern. Auch deutsche Familienpolitik will Sarrazin stärker steuern: In der Bundesrepublik bekämen die schlecht Gebildeten zu viele und die gut Gebildeten zu wenig Kinder.

Das deutsche Meinungskartell

Sarrazin unterstellt Politik und Medien, die freie Meinungsäußerung im Land massiv zu behindern. Im Hinblick auf die Äußerung von Justizminister Heiko Maas, wonach Gerede über angeblichen Rechtsbruch durch die Grenzöffnung "Wasser auf die Mühlen von Pegida" sei, schreibt er: "Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns und muss böse sein." Sarrazin beobachtet Reflexe, im Ansatz jeden Versuch zu tabuisieren, "Elemente der eigenen Kultur gegen unerwünschte und gefährdete Elemente einer fremden Kultur zu schützen".

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Quelle: n-tv.de

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