Politik

Neue Luftangriffe auf Süden Deutsche MARS und Panzerhaubitzen treffen in Ukraine ein

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MARS-II-Mehrfachraketenwerfer wiegen mit Munition an Bord etwa 26 Tonnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der ukrainische Präsident Selenskyj spricht von einer beispiellosen Attacke auf die Energieversorgung seines Landes. Auch in der Nacht werden der Süden und die Umgebung von Kiew beschossen. Unterdessen erreichen weitere Waffen aus Deutschland die Ukraine.

Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auf weitere Waffen aus Deutschland setzen. Wie die Bundesregierung in ihrer aktuellen Übersicht von Militärleistungen mitteilt, wurden vier weitere Panzerhaubitzen 2000 und zwei weitere Mehrfahrraketenwerfer MARS II an die ukrainischen Streitkräfte übergeben.

Diese hatten zuvor bereits zehn Haubitzen und drei MARS-II-Raketensysteme erhalten. Außerdem erreichten die Ukraine den Angaben zufolge zwei Überwasserdrohnen aus Deutschland. Bundespräsident Steinmeier hatte die neuen Lieferungen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag bei seinem Besuch in der Ukraine zugesagt.

Selenskyj hatte sich in dem Gespräch allerdings vor allem für die Lieferung des Flugabwehrsystems Iris-T aus Deutschland bedankt und betont, Iris-T habe für sein Land "wirklich Priorität". Bekämpft werden können damit etwa russische Raketen und Marschflugkörper, außerdem soll es gegnerische Flugzeuge und Hubschrauber vom Himmel holen.

In der Nacht griff die russische Armee nach Angaben ukrainischer Behörden erneut Ziele im Umland der Hauptstadt Kiew aus der Luft. Eine Gemeinde sei beschossen worden, teilte Gouverneur Oleksij Kuleba auf Telegram mit, ohne den Ort zu nennen. Rettungskräfte seien dort im Einsatz. Einige der anfliegenden Geschosse seien abgefangen worden.

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Wegen eines Stromausfalls ist ein Wohngebäude in Kiew nicht beleuchtet.

(Foto: picture alliance/dpa/Ukrinform)

Über dem Süden der Ukraine habe die russische Armee in den zwei Stunden vor Mitternacht mehr als 20 iranische Kampfdrohnen vom Typ Schahed-136 gestartet, teilte die ukrainische Luftwaffe nun mit. 19 davon seien abgeschossen worden, die meisten über dem Gebiet Odessa.

Drohnenangriff auf Kraftwerk

Auch ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach Behördenangaben von einer Drohne angegriffen. Das teilte Stadtchef Michail Raswoschaejew mit. Dabei sei ein Transformator in Brand gesetzt worden, der zu der Zeit aber nicht am Netz gewesen sei. Niemand sei verletzt worden, Auswirkungen auf die Stromversorgung der Hafenstadt gebe es nicht. Die Drohne sei noch beim Anflug auf das Kraftwerk abgefangen worden, schrieb der Stadtchef auf Telegram.

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Sewastopol ist wichtig als Basis der russischen Scharzmeerflotte. Auf der seit 2014 von Russland beanspruchten Halbinsel hat es in den vergangenen Monaten mehrere Explosionen in Militäranlagen sowie Drohnenangriffe gegeben. Die Ukraine bekennt sich nicht offiziell dazu. Doch legen die Vorfälle nahe, dass Kiew über Möglichkeiten verfügt, auch weit hinter der Front anzugreifen.

Selenskyj bezeichnete die russischen Luftangriffe als beispiellose Attacke auf die Energieversorgung seines Landes. Er warnte vor bevorstehenden breitgefächerten Stromabschaltungen im ganzen Land und rief die Bevölkerung zum Energiesparen auf. "Russische Terroristen haben so schwierige Bedingungen für unsere Energiearbeiter geschaffen, dass niemand in Europa jemals zuvor so etwas gesehen oder erlebt hat", sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner täglichen Videoansprache mit Blick auf die russischen Luftangriffe.

Quelle: ntv.de, chl/chr/dpa

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