Politik

Wachmann für US-Hilfsorganisation Deutscher in Kundus getötet

Schwer bewaffnete Angreifer stürmen die Niederlassung der Hilfsorganisation Development Alternatives im afghanischen Kundus. Unter den drei Toten ist ein deutscher Wachmann.

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Der Selbstmordanschlag ereignet sich direkt vor dem Büro der Hilfsorganisation.

(Foto: dpa)

Bei einem Selbstmordanschlag auf das Büro einer US-Hilfsorganisation im nordafghanischen Kundus ist ein deutscher Wachmann ums Leben gekommen. Wie ein Mitarbeiter der US-Botschaft sagte, starb der Mann bei einem Angriff der Taliban auf die Büroräume der Organisation Development Alternatives Inc (DAI). Ein weiterer Ausländer, dessen Identität noch unklar sei, habe Schussverletzungen am Arm erlitten.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag "in aller Schärfe". Der Deutsche war als Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma im Einsatz. Das Auswärtige Amt bestätigte den Tod des Mannes. Ein Sprecher sagte, es handele sich um einen 32-jährigen Objektschützer aus Schleswig-Holstein.

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Fünf Menschen starben bei dem Angriff.

(Foto: REUTERS)

Selbstmordattentäter und bewaffnete Männer hatten die DAI-Niederlassung in Kundus gestürmt. Ein erster Selbstmordattentäter sprengte sich nach Angaben afghanischer Behörden am Eingang des Geländes in die Luft, ein zweiter innerhalb des Komplexes.

Zwei Attentäter getötet

Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Kundus, Mohammed Omar, wurden zwei Selbstmordattentäter von Sicherheitskräften getötet, bevor sie sich in die Luft sprengen konnten. Nach dem Anschlag sicherten afghanischen Soldaten den Komplex.

Omar sagte weiter, auch ein afghanischer Polizist und ein afghanischer Wachmann seien getötet worden. Nach Angaben des Krankenhauses in Kundus-Stadt wurden dort 22 Verletzte behandelt. Das Bundeswehr-Krankenhaus im zivil-militärischen Aufbauteam kümmerte sich um sieben weitere Leichtverletzte.

Die Organisation DAI ist ein Vertragspartner der staatlichen US-Hilfsorganisation USAID. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, die Firma sei angegriffen worden, weil sie mit den Amerikanern zusammenarbeite. In Kundus befindet sich auch ein Regionales Wiederaufbauteam der Bundeswehr. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war die Bundeswehr aber nicht in den Anschlag verwickelt.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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