Politik

Teuer und schlecht Deutsches Schulsystem in der Krise

Das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der internationalen Leistungsstudie "Pisa" hat für eine Belebung der Bildungsdebatte in Deutschland gesorgt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht für die schlechten Ergebnisse vor allem das deutsche Schulsystem verantwortlich.

Wenn trotz viel zu früher "Bestenauslese für das Gymnasium" anschließend die guten deutschen Schüler im Vergleich mit den Guten der anderen Länder nur knapp OECD-Durchschnitt erreichen, "dann kann am System etwas nicht stimmen", erklärte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange. Wenn fast jeder fünfte deutsche Schüler nur geringe Basiskompetenzen im Verständnis von Texten erreiche, "müssen bei allen Verantwortlichen in der Bildungs- und Schulpolitik die roten Lampen angehen". Besonders makaber sei, dass Deutschland nur bei den schlechten Leistungen "Spitzenwerte" erziele.

Die "Pisa"-Ergebnisse müssten zu einer "ideologiefreien Bestandsaufnahme" genutzt werden. Stange weiter: "Der Streit der Parteien, Standes- und Interessenverbände hat Deutschlands Schulen offensichtlich die Zukunft verbaut. Wenn es aber um die Lebens- und Berufsperspektive unserer Kinder geht, muss Schluss sein mit ideologischen Grabenkämpfen."

Zuvor hatten bereits der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers und die bayerische Bildungsministerin Monika Hohlmeier (CSU) eine große Bildungsreform und schnelle Konsequenzen gefordert.

Neben den deutschen Schulen müsse auch die Kultusminister-Konferenz (KMK) der Länder reformiert werden, sagte der frühere Bundesbildungsminister Rüttgers. "Wir brauchen mehr Wettbewerb zwischen den Ländern. Es kann nicht sein, dass das langsamste Bundesland das Reformtempo in Deutschland bestimmt." So müsse bei Reformbeschlüssen in dem Länder-Gremium endlich vom Prinzip der Einstimmigkeit abgewichen werden können.

Quelle: ntv.de