Politik

Übersicht nach der EU-Wahl Deutschlands Städte leuchten grün

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Die großen Gewinner der EU-Wahl in Deutschland: Die Grünen.

(Foto: imago images / Alexander Pohl)

Die alte politische Regel - die Städte rot, alles andere schwarz - gilt nach der EU-Wahl nicht mehr. Ob im Norden, Westen, Süden oder Osten: In den meisten deutschen Ballungsgebieten sind die Grünen stärkste Partei geworden.

Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt: Die Großstädte haben sich bei der EU-Wahl grün gefärbt. Früher gewann die SPD vor allem die urbanen Gebiete, wo die Arbeiter wohnten, die Konservativen hingegen die ländlichen. Die Sozialdemokraten traten für Arbeitnehmerrechte ein, meist verbündet mit den Gewerkschaften. Auf der anderen Seite die Unionsparteien, eher bei den Arbeitgebern, mit einem anderen Blick aufs Ganze. Nun aber hat das Klima als wahlentscheidendes Thema die alten Volksparteien in die Enge getrieben, und die Ballungszentren wählen vor allem grün. Die Machtverteilung der vergangenen Jahrzehnte hat sich deutlich verschoben.

Die Grünen haben die Umwelt seit ihrer Gründung ins Zentrum gestellt, als grundlegende Frage für den Fortbestand der Menschheit. Das zahlt sich nun, nach einer Verjüngungskur des Führungspersonals, politisch aus. Vor allem jüngere Wähler nehmen die Partei in Klimafragen als glaubhaften und verlässlichen Ansprechpartner wahr. In neun der zehn größten Städte Deutschlands sind sie stärkste Kraft geworden und in der zehnten, Essen, nur 0,6 Prozent hinter der CDU zurückgeblieben.

Wenn CDU/CSU nur noch bei über 60-Jährigen die stärkste Partei ist, hat sie ein machtpolitisches Problem. Wer wie die SPD nicht nur die selbstbezeichnete Herzkammer der eigenen Politik, Dortmund und das Ruhrgebiet, an die Grünen verliert, der hat ein noch akuteres, sogar existenzbedrohliches Problem. Wer wie die FDP herumlaviert, jung und hip wirken will, aber die Fridays for Future Demos nicht ernst nimmt und behauptet, der Klimaschutz werde "instrumentalisiert", der verfehlt seine Ziele.

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Quelle: n-tv.de