Politik

Start in NRW Die Bahner streiken

Zum ersten Mal seit Jahren müssen Bahn-Passagiere befürchten, wegen eines Streiks nicht ans Ziel zu kommen. Bereits am Samstag wollen die Bahn-Gewerkschaften in Nordrhein-Westfalen mit ersten Warnstreiks beginnen.

In der kommenden Woche sollen die Aktionen täglich auf andere Bundesländer ausgeweitet werden, kündigten Transnet und GDBA am Donnerstag in Berlin an. Die Bahn steuert damit auf die schwersten Arbeitskämpfe seit mehr als zehn Jahren zu.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften die Bahn in den festgefahrenen Tarifverhandlungen zu Zugeständnissen zwingen. Die letzten Streiks bei der Bahn gab es 1992, als bundesweit mehrere zehntausend Beschäftigte 14 Tage lang den Bahnverkehr teils lahm legten.

"Wir sind in der Lage, sehr flexibel und lang andauernd zu kämpfen", drohte Transnet-Chef Norbert Hansen. Die Bahn müsse sich auf einen schweren Arbeitskampf einstellen. Sollte sich der Konzernvorstand auch in der dritten Runde am 6. März nicht bewegen, würde das Scheitern erklärt und Streik-Urabstimmungen eingeleitet. Bei den am Samstag beginnenden Warnstreiks werde es Schwerpunkt-Aktionen geben, hieß es.

Die Bahn kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaften. Die Tarifparteien seien noch mitten in Verhandlungen, sagte Personalvorstand Norbert Bensel. "Das Vorgehen der Gewerkschaften ist nicht angemessen."

Die Tarifverhandlungen waren am Mittwoch ohne Annäherung vertagt worden. Die Arbeitgeber haben erneut kein konkretes Angebot gemacht. Die Gewerkschaften verlangen für die 160.000 Beschäftigten fünf Prozent mehr Einkommen und eine sofortige Angleichung der Ost-Löhne an das Westniveau. Die bundeseigene Bahn bietet bisher einen Inflationsausgleich bei einer Laufzeit von 36 Monaten.

Quelle: ntv.de