Politik
Freitag, 09. Januar 2015

Liveticker zum Anschlag auf "Charlie Hebdo": Die Ereignisse vom 8. Januar 2015

+++ 23:20 Houellebecq stoppt Werbung für islamkritisches Buch +++
Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq will seinen islamkritischen Roman "Soumission" (Unterwerfung) zunächst nicht mehr bewerben und Paris in Richtung eines geheim gehaltenen Orts verlassen. Der Autor sei tief betroffen vom Tod seines Freundes Bernard Maris, der bei dem Mordanschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" getötet wurde, sagte Houellebecqs Agent.

Der Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" wurde Erscheinungstag des Buches verübt. Houellebecq beschreibt darin das Leben in Frankreich unter einem muslimischen Präsidenten. Die Ausgabe von "Charlie Hebdo" vom Mittwoch hatte eine Karikatur über den Autor auf der Seite eins.

+++ 22:19 Chérif und Saïd Kouachi weiter auf der Flucht +++
Auch rund 30 Stunden nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" mit insgesamt zwölf Toten sind die beiden dringend Tatverdächtigen Chérif (32) und Saïd Kouachi (34) weiter auf der Flucht. Eine heiße Spur verfolgte die Polizei rund 80 Kilometer nordöstlich von Frankreich - sie blieb bisher jedoch ohne Ergebnis. Rund 88.000 Polizisten waren am Donnerstag in ganz Frankreich im Einsatz

+++ 21:52 Polizei stoppt Suche in Longpont +++
Die Polizei bricht einen Sucheinsatz in einem Wald nahe Longpont ergebnislos ab. Das berichtet die Zeitung "Le Monde" Andernorts wird offenbar weiter nach den beiden Verdächtigen gesucht.

+++ 21:14 Sicherheitsexperten: Anschlag ist Propagandaerfolg für Dschihadisten +++
Der Anschlag auf "Charlie Hebdo" hat offenbar die schlimmsten Befürchtungen von Sicherheitsexperten bestätigt: Islamisten im Herzen Europas setzen die Drohungen dschihadistischer Gruppen um, westliche Länder anzugreifen. Das kaltblütige Attentat auf eine Zeitung, die immer wieder mit Karikaturen des Propheten Mohammed für Empörung in der muslimischen Welt sorgte, ist nach Einschätzung von Politologen eine machtvolle Propagandawaffe der Islamisten. Außerdem könnte die Aufsehen erregende Tat in Paris ihnen bei der Rekrutierung weiterer Kämpfer helfen.

(Foto: dpa)

"Die Attacke zielte darauf, eine Schockwelle in der internationalen Staatengemeinschaft zu erzeugen", erklärt Lina Chatib, Direktorin des Carnegie Middle East Centers in Beirut. "Das 'spektakuläre' Vorgehen der Attentäter soll den Einfluss der Dschihadistenbewegung in Europa belegen", sagt sie. Bisher ist unklar, ob die Attentäter direkte Verbindungen zur Gruppierung Islamischer Staat (IS) oder zum Terrornetzwerk Al-Kaida haben. Keine dieser Gruppen bekannte sich zunächst zur Planung des Anschlags.

+++ 20:59 Auto explodiert in Pariser Stadtteil Villejuif +++
Im Pariser Stadtteil Villejuif ist ein Auto explodiert. Kriminalbehörden sind vor Ort, es wurde niemand verletzt. Der Grund der Explosion und ob sie in einem Zusammenhang mit dem Attentat auf die "Charlie-Hebdo"-Redaktion steht, ist noch unbekannt.

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+++ 20:48 Polizei durchsucht Waldgebiete: Hundestaffeln im Einsatz +++
Mit mehreren Hundestaffeln durchsucht die Polizei nun offenbar auch Waldgebiete rund um den Ort Corcy.

+++ 20:35 IS-Radiosender würdigt Attentäter als "Helden" +++
Der Radiosender der IS-Miliz würdigte die Attentäter am Donnerstag als "Helden", die den Propheten Mohammed gerächt hätten. "Charlie Hebdo" habe den Propheten seit 2003 verunglimpft, hieß es mit Blick auf die bissigen Karikaturen der französischen Satire-Zeitung.

+++ 20:13 Paris trauert: Lichter am Eiffelturm erloschen +++
Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags wurden heute Abend um 20 Uhr die Lichter am Eiffelturm in Paris ausgeschaltet.

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+++ 19:46 Internationale Vertreter treffen sich zu Anti-Terror-Gesprächen +++
Führende Politiker aus der EU und den USA kommen an diesem Sonntag zu einem Anti-Terror-Treffen in Paris zusammen. Das kündigte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve an. Für die USA komme Justizminister Eric Holder. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte bereits ankündigt, an Beratungen in Paris teilnehmen zu wollen.

+++ 19:15 Innenminister gibt Details zu Täter bekannt +++
Der französische Innenminister gab in Paris mehr Details zu dem mutmaßlichen Täter Saïd Kouachi (34) bekannt: Er war "wohnhaft in Reims und arbeitslos", sagte Bernard Cazeneuve am Abend. Er sei "noch nie angeklagt oder verurteilt worden, trat aber in Zusammenhang von Angelegneheiten seines Bruders in Erscheinung." Sein Bruder Cherif war demnach ein den Sicherheitsbehörden bekannter Dschihadist.

(Foto: AP)

+++ 19:06 Saïd Kouachi offiziell als Täter identifiziert +++
Der bisher tatverdächtige und gesuchte Saïd Kouachi ist nach Angaben des Innenministers eindeutig als Täter identifiziert worden. Das hätten Bild-Auswertungen ergeben, so Bernard Cazeneuve. Neun Personen befänden sich derzeit im Zusammenhang mit dem Attentat in Polizeigewahrsam. Mehr als 90 Zeugen seien befragt worden.

+++ 18:58 Innenminister: Keine Verbindung zu Polizistenmord am Morgen +++
Der tödliche Angriff auf eine Polizistin am Donnerstagmorgen steht nicht in Verbindung zu dem Anschlag auf die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo". Das teilte der Innenminister Frankreichs, Bernard Cazeneuve, mit. Die Zahl der Toten und Verletzten bleibt unverändert.

+++ 18:43 Zweiter Fluchtwagen wiedergefunden +++
Auch der zweite Fluchtwagen wurde von Polizisten entdeckt. Dabei soll es sich um einen grauen Renault Clio handeln, sagten Einsatzkräfte der Zeitung "L'Union". Demnach wurde der Wagen um kurz nach 17 Uhr aufgespürt.

+++ 18:32 Nächste "Charlie-Hebdo"-Ausgabe in Millionenauflage geplant +++
Die nächste Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" soll auch nach dem blutigen Anschlag auf die Redaktion in der kommenden Woche erscheinen. Das kündigte der Kolumnist des Magazins, Patrick Pelloux, an. Geplant ist eine Veröffentlichung am Mittwoch, dem üblichen Erscheinungstag des religionskritischen Blattes. Der Verlag kündigte eine Auflage von einer Million Exemplaren an. "Charlie Hebdo" hat erscheint sonst mit rund 60.000 Exemplaren. Mehrere französische Medien haben Unterstützung für das Magazin zugesagt.

(Foto: AP)

+++ 17:56 De Mazière: Ähnlicher Anschlag in Deutschland nicht auszuschließen +++
Nach Einschätzung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist auch die Bundesrepublik nicht vollkommen geschützt vor einem Terrorakt wie in Paris. "Ein solcher Anschlag ist auch in Deutschland nicht auszuschließen", sagte der Minister dem ZDF. Eine derartige Attacke sei selbst durch noch so gute Polizeiarbeit nicht zu verhindern. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten aber einen festen Fahrplan für solche Bedrohungslagen und seien dabei, die Maßnahmen hochzufahren. Es sei nicht klug, öffentlich zu sagen, was genau wie und wo gemacht werde, sagte de Maizière. Er versicherte aber: "Wir tun, was wir können." In Deutschland gebe es rund 180 kampferprobte Rückkehrer aus Syrien und dem Irak, die möglicherweise bereit seien, Anschläge zu verüben.

+++ 17:44 Mehr als 88.000 Sicherheitskräfte in Frankreich im Einsatz +++
Mehr als 88.000 Sicherheitskräfte sind in ganz Frankreich im Einsatz, um die Täter des tödlichen Attentats aufzuspüren. 9650 in der Region Île-de-France, 78.350 im Rest des Landes, berichtet die Tageszeitung "Le Monde".

+++ 17:31 Video von 2005 zeigt gesuchte Kouachi-Brüder +++
Ein Youtube-Video zeigt den Verdächtigen Chérif und Saïd Kouachi in Fernsehaufnahmen des französischen Senders France 3 aus dem Jahr 2005.

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+++ 17:13 Spezialeinsatzkräfte durchsuchen Häuser und Gärten +++
In dem Dorf Corcy durchsuchen Spezialeinsatzkräfte der Einheit GIPN derzeit Häuser und Gärten.

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+++ 16:59 Polizei konzentriert die Suche auf 300-Einwohner-Dorf +++
Wie die Zeitung "Le Figaro" berichtet, hätten die Spezialeinsatzkräfte ihre Suche in Longpont abgeschlossen und konzentrieren sich nun auf das Dorf Corcy mit knapp über 300 Einwohnern.

Das Bild der "Le-Monde"-Journalistin Maxime Goldbaum zeigt Einsatzkräfte der Polizei in dem Dorf.

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+++ 16:39 Region nordöstlich von Paris hält den Atem an +++
In der Region Picardie, nordöstlich von Paris, herrscht Ausnahmezustand: Öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen, Sportveranstaltungen aller Art werden abgesagt. Immer mehr Medien berichten übereinstimmend davon, dass Hunderte Polizisten Häuser in dem Ort Crépy-en-Valois durchsuchen.

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+++ 16:26 Höchste Terrorwarnstufe für Region Picardie ausgerufen +++
Wie schon gestern für die Region Île-de-France ist auch für die nordöstlich gelegene Region Picardie die höchste Stufe des "Plan Vigipirate", des französischen Antiterrorismusplans ausgerufen worden.

+++ 16:18 Hunderte Polizisten durchsuchen Häuser +++
Offenbar durchsucht die Polizei in Crépy-en-Valois derzeit systematisch mit Hunderten Einsatzkräften Häuser, in denen sich die Verdächtigen aufhalten könnten.

(Foto: dpa)

+++ 15:59 Mann versucht gewaltsam in Redaktion von "Valeurs actuelles"einzudringen +++
Laut Medienberichten versuchte heute morgen gegen 11 Uhr Mittag ein Mann gewaltsam in die Redaktonsräume der Wochenzeitung "Valeurs actuelles" einzudringen. Zwei Polizisten, die zum Schutz der Redaktion an dem Gebäude abgestellt waren, beobachteten ihn dabei, wie er versuchte mit einem Schraubenzieher die Tür zu öffnen. Der Mann flüchtete zunächst, konnte jedoch wenig später festgenommen werden. Nähere Hintergründe zu dem Vorfall sind bisher noch nicht bekannt.

+++ 15:45 Polizei kesselt Crépy-en-Valois ein +++
Nach Informationen der Zeitung "Le Figaro" haben die Behörden eine Suchzone im Radius von 15 bis 20 Kilometern rund um den Ort Crépy-en-Valois eingerichtet. Demnach ist die Spezialeinheit GIGN im Süden der Zone im Einsatz, die Antiterroreinheit RAID arbeitet im Norden.

+++ 15:40 Experten halten weitere Anschläge für möglich +++
Experten schließen nicht aus, dass der Angriff auf "Charlie Hebdo" nur der Beginn einer neuen Serie blutiger Anschläge sein könnte, wie sie Paris in den 1980er Jahren erlebt hat. Genährt wird diese Furcht durch einen massiven Anstieg der Zahl junger Menschen aus Frankreich, die sich im Irak und in Syrien den IS-Kämpfern anschließen wollen oder dies bereits getan haben. Diese Zahl sei im Jahre 2014 um 80 Prozent in die Höhe geschnellt, teilte Innenminister Bernard Cazeneuve Ende Dezember mit. Nach offiziellen Angaben sind derzeit rund 390 Dschihadisten aus Frankreich vor Ort aktiv, von etwa 200 anderen ist bekannt, dass sie diesen Schritt planen, 230 sind offenbar auf dem Weg in den Nahen Osten und etwa 180 sind bereits nach Frankreich zurückgekehrt. Rund 60 islamistische Kämpfer aus Frankreich wurden dem Innenministerium zufolge dort getötet.

+++ 15:27 Verdächtige haben sich in Haus verschanzt +++
Wie der Radiosender France 3 berichtet, haben sich die Verdächtigen in einem Haus in Crepy-en-Valois verschanzt. Die Behörden haben diese Information allerdings bisher noch nicht bestätigt.

Unterdessen taucht im Kurznachrichtendienst Twitter ein Bild aus den Redaktionsräumen nach dem Attentat auf. Die französische Tageszeitung "Le Monde" hat es verbreitet.

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+++ 15:21 Hubschrauber überfliegen Crepy-en-Valois +++
Mehrere Hubschrauber vom Typ Puma überfliegen derzeit den Ort Crepy-en-Valois, wie verschiedene französische Medien melden.

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+++ 15:03 Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen in Wagen gefunden +++
Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, in dem Fluchtwagen seien Molotowcocktails und Dschihad-Flaggen gefunden worden.

+++ 14:50 Polizei hat Fluchtwagen gefunden +++
Die Polizei hat laut Medienberichten in Nordfrankreich das Fluchtauto der mutmaßlichen Attentäter gefunden. Die Einsatzkräfte durchsuchten zurzeit die Gegend, in der die beiden flüchtigen Terroristen ihr Fluchtauto stehengelassen hätten, hieß es.

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+++ 14:34 Französische Elite-Einheiten nordöstlich von Paris zusammengezogen +++
In Nordostfrankreich sind massiv Elite-Einheiten der Polizei zusammengezogen worden. Der Einsatz lief in der Nähe der Gemeinde Villers-Cotterêts, wo die zwei vermummten und bewaffneten Hauptverdächtigen am Morgen an einer Tankstelle gesichtet worden waren. Nach Angaben aus Polizeikreisen wurden Elite-Einheiten von Polizei (RAID) und Gendarmerie (GIGN) in die Gegend beordert. Die Einheiten sollten Überprüfungen in der Gegend vornehmen, "in der das von den beiden Verdächtigen genutzte Auto aufgegeben wurde", hieß es weiter. Die beiden Verdächtigen waren am Morgen an einer Tankstelle der Gemeinde rund 80 Kilometer nordöstlich von Paris im Département Aisne "eindeutig erkannt" worden.

+++ 13:30 Bekannte zweifeln an Komplizenschaft des 18-jährigen Mourad +++
Schulfreunde und Nachbarn des 18-jährigen Mourad Hamyd haben Zweifel an dessen Komplizenschaft. "Mourad ist gestern den ganzen Vormittag über in der Schule gewesen", sagte ein Mitschüler. "Es gibt jede Menge Zeugen. Ich verstehe nicht, weshalb er in Polizeigewahrsam ist." Auch eine islamistische Ausrichtung des 18-Jährigen bestreiten seine Bekannten. Hamyd ist der Schwager eines der beiden Hauptverdächtigen des Anschlags auf "Charlie Hebdo". Er hatte sich noch am Abend der Polizei in der Stadt Charleville-Mézières gestellt, nachdem sein Name in sozialen Netzwerken im Internet zirkulierte.

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+++ 13:25 Am Eiffelturm gehen die Lichter aus +++
Der Eiffelturm soll dem Mediendienst "BNO News" zufolge heute abend um 20 Uhr für fünf Minuten die Beleuchtung ausschalten. "Die Entscheidung wurde vom Rathaus und dem Bürgermeister von Paris gefällt", wird die Sprecherin des Eiffelturms zitiert.

+++ 13:13 Marine Le Pen bleibt bei Forderung nach Todesstrafe +++
Nach einem Tweet, in dem sie sich die Wiedereinführung der Todesstrafe in Frankreich wünscht, bekräftigt Front-National-Chefin Marine Le Pen ihre Forderung. Im Sender "France 2" sagt sie, dass sie im Fall ihrer Wahl zur Staatschefin ein Referendum zu der Frage plane. Sie selbst befürworte eine Einführung der Todesstrafe, um damit "die abscheulichsten Verbrechen" ahnden zu können, sagte Le Pen.

+++ 12:52 CSU fordert Konsequenzen für die Sicherheit +++
Bei ihrer Klausurtagung in Wildbad Kreuth legt die CSU ein neues Positionspapier vor, das schärfere Maßnahmen gegen islamistischen Terrorismus fordert. Dazu gehörten eine intensivere Beobachtung sozialer Netzwerke und Änderungen im Strafrecht, etwa bei der Finanzierung und Werbung von terroristischen Vereinigungen.

+++ 12:36 Frankreich schweigt zu Ehren der Opfer +++
Zur Mittagszeit versammeln sich viele Menschen in Frankreich zu einer Schweigeminute. Sie gedenken so der zwölf Todesopfer des Anschlags auf die Redaktion von "Charlie Hebdo". Premier Manuel Valls hatte Unternehmer am Morgen gebeten, ihren Angestellten die Teilnahme an der Schweigeminute zu ermöglichen.

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+++ 12:12 Französischer Fußball setzt Zeichen +++
Mit einer Schweigeminute will der französische Fußball am Wochenende bei allen Spielen ein Zeichen setzen. Mit dem stillen Gedanken soll das Mitgefühl für die Opfer des Terroranschlags auf das Satirezeitschrift zum Ausdruck gebracht werden. Die französische Familie sichere den Angehörigen der Opfern ihre Unterstützung zu, schrieb der Verband auf seiner Homepage.

+++ 11:54 "Charlie Hebdo" soll nächste Woche wieder erscheinen +++
AFP meldet, dass die nächste Ausgabe von "Charlie Hebdo" bereits nächste Woche wieder erscheinen soll. Dies soll ein Herausgeber bekanntgegeben haben.

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+++ 11:28 Ermittler spüren offenbar Attentäter auf +++
Die französische Nachrichtenagentur AFP meldet, die Polizei habe die Tatverdächtigen für den Angriff auf "Charlie Hebdo" aufgespürt. AFP beruft sich auf einen Ermittler. Sie seien bewaffnet und mit einem grauen Clio unterwegs gewesen, heißt es. Demnach hielten sich die beiden im Département Aisne auf und wurden an einer Tankstelle gesichtet.

Der Betreiber einer Tankstelle in der Nähe der Gemeinde Villers-Cotterêt habe die beiden verdächtigen Männer "eindeutig erkannt". "Die beiden Männer sind vermummt, mit Kalaschnikow und anscheinend mit Raketen-Werfern" ausgerüstet, heißt es.

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+++ 11:16 Erdogan macht europäische Intoleranz indirekt verantwortlich +++
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilt den Terroranschlag in Paris, warnt aber zugleich vor Intoleranz. Terrorismus könne nicht religiös oder national sein und durch nichts gerechtfertigt werden, heißt es in einer Mitteilung des Präsidenten. Die Türkei werde weiterhin jede Art von Terrorismus bekämpfen. Erdogan teilt weiter mit, Intoleranz gegenüber Andersartigkeit und Hassreden hätten Spannungen den Weg geebnet.

+++ 11:11 Papst schafft Hashtag #PrayersforParis +++
Der Papst hat auf Twitter einen eigenen Hashtag für die Opfer des Attentats auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" geschaffen. Franziskus veröffentlichte das Zeichen #PrayersforParis (Beten für Paris), unter dem Kommentare zu dem Anschlag einlaufen. "Das gestrige Attentat in Paris veranlasst uns dazu, über die Grausamkeit nachzudenken, die menschliche Grausamkeit", sagte der Papst in einem Gottesdienst in seinem Gästehaus Santa Marta in Rom. "Beten wir in dieser Messe für die Opfer dieser Grausamkeit. Die vielen Opfer. Und beten wir auch für die Grausamen, dass der Herr ihre Herzen verändere!"

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+++ 11:01 Angeschossene Polizistin ist tot +++
Die am Morgen im Süden von Paris angeschossene Polizistin ist ihren Verletzungen erlegen. Das melden mehrere französische Agenturen und berufen sich dabei auf Ermittler.

+++ 10:55 Attacken auf muslimische Einrichtungen in Frankreich +++
Aus mindestens zwei Gemeinden in Frankreich werden Angriffe auf muslimische Einrichtungen gemeldet. Eine Moschee im nordwestfranzösischen Mans sowie ein muslimischer Gebetsraum im südfranzösischen Port-la-Nouvelle wurden in der Nacht beschossen. Das teilen die zuständigen Staatsanwaltschaften mit. Verletzt wurde demnach niemand.

+++ 10:35 Indonesien und Malaysia verurteilen Attentat +++
Die Regierung der größten muslimischen Bevölkerung der Erde verurteilt den Anschlag in Paris scharf. "Kein Gewaltakt kann je gerechtfertigt werden", teilte das Außenministerium von Indonesien mit. Der Sprecher des Rats muslimischer Prediger, Muhiyidin Junaidi, sagte: "Das verstößt gegen humanitäre Werte und die islamische Lehre." Die Regierung im überwiegend muslimischen Nachbarland Malaysia zeigte sich ebenfalls entsetzt. "Nichts rechtfertigt das Auslöschen von unschuldigen Leben", heißt es in einer Stellungnahme.

+++ 10:28 Marine Le Pen fordert Volksabstimmung über die Todesstrafe +++
Marine Le Pen, meldet sich bei Twitter zu Wort. Die Vorsitzende des rechtspopulistischen Front National fordert darin eine französische Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe. "Ich persönlich glaube, dass es diese Möglichkeit geben sollte", schreibt Le Pen.

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+++ 10:21 Innenminister: Täter wurden zuvor überwacht +++
Die beiden gesuchten Tatverdächtigen des Anschlags auf das religionskritische Satiremagazin "Charlie Hebdo" sind nach Angaben des Pariser Innenministers Bernard Cazeneuve überwacht worden. Dabei habe es allerdings keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Terrorakt gegeben, gegen die Männer habe es auch kein juristisches Verfahren gegeben, sagte Cazeneuve dem Sender Europe 1. "Wir treffen hundertprozentig Vorsichtsmaßnahmen, ein Null-Risiko gibt es aber nicht", fügte Cazeneuve an. Die derzeitige Risikolage könne auch zu anderen Gewalttaten führen, warnte der Innenminister.

+++ 10:13 Angreifer von Paris Süd ist doch nicht gefasst +++
Der Angreifer, der am Morgen auf mehrere Polizisten im Süden von Paris geschossen hat, ist doch noch auf der Flucht. Das stellt Innenminister Bernard Cazeneuve am Ort der Attacke klar. Aus Polizeikreisen hatte es zuvor geheißen, ein Verdächtiger im Alter von 52 Jahren sei festgenommen worden. Die Hintergründe der Attacke sind immer noch unklar.

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+++ 10:11 Afghanistan und Pakistan verurteilen Attentat +++
Die Regierungen Afghanistans und Pakistans verurteilen den Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris. "Es gibt keine Rechtfertigung für diese brutale Tat", heißt es in einer Mitteilung des afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani. Das pakistanische Außenministerium teilt mit: "Pakistan verurteilt Terrorismus in all seinen Formen." In den beiden streng islamischen Ländern Afghanistan und Pakistan war es nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" im Herbst 2005 zu schweren Ausschreitungen mit zahlreichen Toten gekommen. 2008 waren bei einem Bombenanschlag auf die dänische Botschaft in Islamabad mindestens sechs Menschen getötet worden.

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+++ 9:10 Schießerei im Süden von Paris +++
Am südlichen Stadtrand von Paris ereignet sich eine Schießerei. Eine Polizistin und ein Stadtreiniger werden schwer verletzt, teilt die Pariser Polizei mit. Die Hintergründe dieser Schießerei einen Tag nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" mit zwölf Toten sind noch unklar. Auf die Beamten wurde laut Polizei von einem 52-Jährigen das Feuer eröffnet, der inzwischen festgenommen worden ist.

+++ 8:55 Valls: "Frankreich, das ist nicht Michel Houellebecq" +++
Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hat vor Intoleranz, Hass und Angst gewarnt. Das Attentat sei abscheulich, und es müssten daraus natürlich alle Konsequenzen gezogen werden, sagte Valls dem Sender RTL. "Nein, Frankreich, das ist nicht die Unterwerfung, Frankreich, das ist nicht Michel Houellebecq", fügte er an. Houellebecqs islamkritischer Roman "Soumission" (Unterwerfung) beschreibt das Leben in Frankreich unter einem muslimischen Präsidenten. Der Anschlag auf "Charlie Hebdo" wurde am Tag des Erscheinens des Buches verübt.

+++ 8:35 Valls: Attentäter sind uns bekannt +++
Der französische Premier Manual Valls hat bestätigt, dass die Attentäter Polizei und Justiz bekannt seien. Die Sicherheitsbehörden hätten in der Vergangenheit zahlreiche Gruppen ausgehoben und Attentatsversuche vereitelt. Hunderte Menschen würden überwacht, Dutzende weitere seien inhaftiert worden, sagte Valls. Aber nicht alle Gefahren könnten ausgeschlossen werden. Darin bestehe die Schwierigkeit für die Sicherheitskräfte.

+++ 7:59 Mehrere Verdächtige festgenommen +++
Es sind offenbar mehrere Personen in Frankreich festgenommen worden, die im Zusammenhang mit dem Attentat auf die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" stehen. Das meldet die Agentur AFP unter Berufung auf Premierminister Manuel Valls. Mehrere Menschen befänden sich in Polizeigewahrsam, sagte der Regierungschef im Radiosender RTL. Zur Frage, um wie viele Festnahmen es sich handle, wollte Valls sich nicht äußern.

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+++ 7:33 Einer der Täter arbeitete für IS-Vorgängerorganisation +++
Die französische Zeitung "Libération" berichtet am Morgen, dass einer der beiden gesuchten Täter ein alter Bekannter der französischen Sicherheitsbehörden sei. Der 32 Jahre alte Chérif Kouachi soll Teil einer nach dem städtischen Park "Buttes-Chaumon" genannten Verbindung gewesen sein, die in Frankreich Dschihadisten für "Al-Kaida im Irak" angeheuert haben soll. Dabei handelt es sich um eine der Vorgängerorganisationen des Islamischen Staates. Kurz bevor er sich absetzen konnte, wurde Kouachi verhaftet und 2008 zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen 18 Monate zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zwei Jahre später wurde sein Name im Zusammenhang mit einem Befreiungsversuch eines inhaftierten Mitglieds einer islamistischen Gruppe genannt.

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+++ 07:04 In Frankreich beginnt ein Tag der nationalen Trauer +++
Der ganze Donnerstag soll in Frankreich ein Tag der nationalen Trauer werden. Präsident François Hollande forderte die Franzosen zu einer Gedenkminute am Mittag auf. Premier Manuel Valls bat Unternehmer, dies den Angestellten zu ermöglichen. Zur gleichen Zeit will die Nationalversammlung an die Opfer des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" mit einer Zeremonie erinnern. An der berühmten Kathedrale Notre-Dame im Herzen von Paris sollen zum Gedenken die Glocken läuten.

+++ 6:04 Massive Fahndung nach den Haupttatverdächtigen +++
Die Behörden in Frankreich suchen weiter unter Hochdruck nach den beiden mutmaßlichen Haupttätern des Pariser Anschlags. Als dringend tatverdächtig gelten die beiden 32 und 34 Jahre alten Brüder Chérif und Said Kouachi. Nach Angaben der Polizei besitzen die beiden in Paris geborenen Männer die französische Staatsbürgerschaft. Die Behörden veröffentlichten einen Zeugenaufruf mit Fahndungsbildern der beiden Männer. Sie seien möglicherweise "bewaffnet und gefährlich", warnen die Behörden. Die Polizei fordert die Bevölkerung auf, sich mit möglichen Informationen an die Sicherheitskräfte zu wenden.

+++ 5:01 Pegida-Proteste anschlagsgefährdet +++
Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hält vor dem Hintergrund des tödlichen Anschlags auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" auch islamfeindliche Kundgebungen wie Pegida in Deutschland für gefährdet. Zwar könne niemand sagen, ob solch ein Anschlag auch in Deutschland drohe, sagte Rainer Wendt dem "Handelsblatt".

"Aber es braucht nicht viel Fantasie, um die vielen islamkritischen Veranstaltungen, Parolen und Demonstrationen ebenfalls als mögliche Terrorziele zu definieren." Einen umfassenden Schutz solcher Veranstaltungen hält Wendt indes kaum für möglich. Damit wäre die Polizei "hoffnungslos überfordert", sagte er der Zeitung. "Deutschland hat bislang großes Glück gehabt und hofft offensichtlich, sich auch künftig darauf verlassen zu können", sagte Wendt.

+++ 4:10 Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto +++
Bei der Großfahndung nach den beiden flüchtigen Tatverdächtigen des Pariser Attentats rufen die französischen Behörden die Öffentlichkeit zur Mithilfe auf. Im Internet veröffentlicht die Polizei ein Fahndungsplakat, das die beiden Hauptverdächtigen Saïd und Chérif Kouachi zeigt. Die Ermittler erhoffen sich dadurch neue Hinweise von Zeugen, die zum Verbleib der womöglich noch immer schwer bewaffneten Täter führen soll.

+++ 3:31 Frankreich will "Charlie Hebdo" am Leben erhalten +++
Große französische Medienhäuser sagen der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nach dem brutalen Mordanschlag ihre Unterstützung zu. Der staatliche Hörfunk und das Fernsehen sowie die Tageszeitung "Le Monde" erklärten, sie wollten dem Magazin das notwendige Personal und Sachmittel zur Verfügung stellen. Die Mitteilung trägt die Überschrift: "Damit Charlie lebt." Die Direktoren von Radio France, France Télévisions und "Le Monde" riefen alle anderen französischen Medien auf, die Presse- und Meinungsfreiheit hochzuhalten.

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+++ 2:23 Verdächtiger nach Paris-Anschlag verhaftet +++
Die landesweite Großfahndung zeigt offenbar Wirkung: Französischer Sicherheitskräfte können nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP den jüngsten der drei Tatverdächtigen festnehmen. Der 18-Jährige habe sich gestellt, heißt es aus Ermittlerkreisen. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter sind noch auf der Flucht.

+++ 1:24 Frankreich weitet die Fahndung aus +++
Die französische Polizei sucht mittlerweile landesweit nach drei Männern, die im dringenden Tatverdacht stehen, das Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdon" verübt zu haben. Wie in der Nacht aus Ermittlungskreisen verlautet, suchen die Behörden nach zwei Brüdern im Alter von gut 30 Jahren, die im islamistischen Milieu aktiv sein sollen. Gesucht werde außerdem nach einem 18-Jährigen, heißt es. Bei den drei Verdächtigen soll es sich früheren Angaben zufolge um Saïd Kouachi (32), Cherif Kouachi (34) und Hamyd Mourad (18) handeln. Ob sich die drei Gesuchten in dem von einer Spezialeinheit in Reims umstellten Anwesen aufhalten, ist bislang noch unklar.

+++ 0:56 "Je suis Charlie": Journalisten demonstrieren Solidarität +++
Nach dem Attentat von Paris erklären sich Print-, Radio-, TV- und Online-Medien in aller Welt solidarisch mit den ermordeten Kollegen des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo". Sichtbares Zeichen für den Kampf für freiheitliche Grundwerte und gegen Fanatismus ist das Motto "Je suis Charlie" (etwa: "Ich bin Charlie"). Der weiße Schriftzug auf schwarzem Grund kursiert seit dem Nachmittag im Netz und ist auch auf der Startseite von n-tv.de zu sehen.

+++ 0:31 "Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun" +++
Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnt angesichts des Pariser Attentats vor populistischen Brandstiftern in Deutschland. "Terroristische Anschläge haben nichts mit dem Islam zu tun", sagte der CDU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung". Attentate wie das von Paris richteten sich gegen die gesamte Gesellschaft und ihre Werteordnung. Gerade die Menschen, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland kämen, seien dem Terror entflohen und dürften nun nicht ihrerseits in Verdacht geraten, nur weil sie Muslime seien.

Lesen Sie hier den Liveticker des Vortags.

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Quelle: n-tv.de