Politik

"Fuchs" und "KSK" Die Wunschliste der USA

Deutschland wird einen Beitrag zu den US-Militäraktionen in Afghanistan leisten, so viel scheint sicher. Darüber wie die Beteiligung der Bundeswehr aussehen soll, wird spekuliert. Medienberichten zufolge haben die USA konkrete Wünsche an die Bundesregierung: ABC-Abwehrkräfte und Elitesoldaten der Bundeswehr sollen zum Einsatz kommen.

Ganz oben auf der Wunschliste stehe die Elite-Eingreiftruppe Kommando Spezialkräfte (KSK). Dies berichtet die "Braunschweiger Zeitung" und beruft sich dabei auf Quellen in Washington und Berlin. Der Bremer "Weser Kurier" meldet, die USA hätten Bundeswehrexperten mit Spürpanzern vom Typ "Fuchs" zur Abwehr biologischer und chemischer Angriffe anfordert.

Aufgabe der deutschen Elitesoldaten solle die Befreiung der in Afghanistan inhaftierten acht Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now " sein. Unter ihnen sind vier Deutsche. Die US-Kommandos sollen vor allem den Top-Terroristen Osama bin Laden jagen und den Einsatz der eigenen Bodentruppen absichern.

Das Bundesverteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Allerdings hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen, Bundeskanzler Gerhard Schröder habe den USA "grundsätzlich" Truppen und Gerät gegen biologische und chemische Angriffe angeboten. "Ein solcher Einsatz muss jetzt allerdings operativ noch konkret beschrieben werden." Damit wurde ein entsprechender Bericht der "International Herald Tribune" bestätigt.

Berichte, die USA hätten bereits "Fuchs"-Panzer und KSK-Leute angefordert, wurden nicht bestätigt. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping sagte erneut, es gebe keinen Bedarf, etwas zu entscheiden.

Vorbereitung auch ohne Anfrage

Auch ohne konkrete Anfrage der USA stellt sich die Bundesregierung auf einen Bundeswehreinsatz ein. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye zufolge liegen noch "keine operativ konkretisierten Anforderungen der USA" vor. Das deutsche Angebot für einen militärischen Beistand werde aber vermutlich angenommen. Zur Ankündigung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Deutschland werde "schon in Kürze" umfangreichere Hilfe leisten müssen als bisher, erläuterte Heye, damit sei ein Zeitraum zwischen "Wochen und Monaten" gemeint.

Quelle: ntv.de

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