Politik

Grüne blitzen ab Doktortitel bleibt im Ausweis

Akademiker lassen sich normalerweise nicht mit ihrem Titel ansprechen. Herr Magister Müller und Frau Dipl.-Ing. Schmidt - das klingt etwas seltsam. Warum also sollten promovierte Akademiker ihren Doktortitel wie einen Namen im Pass stehen haben? Die Grünen halten das für überflüssig.

Den Doktortitel von Kollegen sollten Lehrlinge nicht unterschlagen, es sei denn, die Mitarbeiter verzichten ausdrücklich auf die Anrede. Foto: Peter Kneffel

Wer promoviert hat, darf sich mit seinem Titel anreden lassen.

Der Doktortitel kann weiter in Personalausweis oder Pass aufgenommen werden. Die Grünen scheiterten am Abend im Bundestag mit einem Entwurf, den Titel aus den Ausweisen zu streichen. Gegen den Entwurf stimmten die Koalitionsfraktionen von Union und FDP sowie SPD und Linke.

Diese Debatte wurde auch vor dem Hintergrund geführt, dass in jüngster Zeit mehreren prominenten Politikerinnen und Politikern der Doktorgrad wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt worden war. Das blieb nicht ohne negative Auswirkungen auf den Titel selbst.

Die Grünen argumentierten in ihrem Antrag unter anderem, der Doktortitel sei kein Bestandteil des Namens und auch kein persönlicher Titel, sondern ein akademischer Grad wie Diplom-Ingenieur, Master oder Magister. Eine solche Eintragung sei auch international unüblich und sorge für Verwirrung, wenn etwa "die Buchstaben "Dr." für die Anfangsbuchstaben des Familiennamens gehalten werden". Deshalb sei die Streichung eine Anpassung an internationale Gepflogenheiten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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