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Rassismusvorwürfe gegen FDP-Mann Hahn Ein scheinheiliger Angriff

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Jörg-Uwe Hahn: Die Linke will ihn aus dem Amt Jagen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn ist angeblich ein Rassist. Das behauptet zumindest die Opposition. Doch der Vorwurf ist nur eines: absurd. Hahn hat gute Gründe, über die Wirkung des FDP-Chefs Philipp Röslers auf die Gesellschaft zu sprechen. Noch besser sind nur die Gründe für SPD, Grüne und Linke bei der Personalie Hahn zu schweigen.

Man kann Jörg-Uwe Hahn die niederträchtigsten Machenschaften unterstellen. Der FDP-Politiker hat in einem Zeitungsinterview über seinen Parteivorsitzenden gesagt: "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren." Verschleiert hier nicht einer seine rassistische Weltsicht, in dem er sie auf die Gesellschaft abschiebt? Getreu dem Motto: Ich bin noch nicht reif für einen wie Rösler, da können es auch die anderen nicht sein. Und versucht hier nicht einer, seinen Chef aus dem Amt zu jagen? Indem er deutlich macht: Der - ein Kind vietnamesischer Eltern - ist in Deutschland nicht wählbar.

Ja, man kann Jörg-Uwe Hahn die niederträchtigsten Machenschaften unterstellen - wenn man es denn will. Doch tatsächlich gibt es keinen Grund dafür. Die Debatte über den vermeintlichen Rassismus des Spitzenliberalen ist absurd.

Hahn stützt und stürzt nicht

Wer das gesamte Interview mit Hahn liest, erkennt als erstes: Um einen Sturz Röslers geht es Hahn nicht. Im Gegenteil: Der 56-Jährige attackiert die Kritiker des Parteichefs, Entwicklungsminister Dirk Niebel und Schleswig-Holsteins Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Er droht ihnen gar mit einer Abrechnung beim nächsten Parteitag. Deutlicher kann man sich nicht hinter seinen Vorsitzenden stellen.

Und auch von Rassismus kann hier keine Rede sein. Natürlich: Das Zitat zeigt, dass Hahn in gewissen Kategorien denkt. Er verbindet das asiatische Aussehen Röslers mit seinen Wahlchancen. Und er hält es zumindest für möglich, dass seine Abstammung auch ein Nachteil sein kann. Aber ist das tatsächlich verwerflich?

Menschen denken nunmal in Kategorien - leider

Fakt ist: In Deutschland gibt es auch im Jahr 2013 wohl niemanden, der beim Blick auf seine Mitmenschen nicht in gewissen oberflächlichen Kategorien denkt. Menschen nehmen es nun einmal wahr, dass jemand Eltern oder Großeltern hat, die in einem anderen Land zur Welt gekommen sind.

Tragisch ist: Beim Denken in diesen Kategorien entstehen bei einigen Menschen auch negative Assoziationen. Aufschlussreiche Studien darüber gibt es leider nicht. Denn hier handelt es sich nicht um eine offene, messbare Form des Rassismus. Wer allerdings Menschen befragt, die offensichtlich einen Zuwanderungshintergrund haben, bekommt immer wieder zu hören, dass sie mitunter unangenehme, oft auch an Diskriminierung grenzende Erfahrungen machen. Kurzum: Rassismus ist in Deutschland ein Problem - auch jenseits von NSU und NPD.

Das Thema Rassismus ist Hahns Beruf

Ist jemand ein Rassist, weil er dieses Problem anspricht? Wohl kaum. Ist Jörg-Uwe Hahn ein Rassist, weil er dieses Problem anspricht? Erst recht nicht. Nur die Tatsache, dass Hahn Mitglied einer Partei ist, die dieser Tage viel Angriffsfläche bietet, rechtfertigt es nicht, ihm eine hinterhältige, menschenfeindliche Agenda vorzuwerfen. Hahn ist Integrationsminister in Hessen. Es ist sein Beruf, dem Problem Rassismus auf den Grund zu gehen.

Und dass sich SPD, Linke und Grüne nun mit derartiger Verve auf ihn stürzen, ist nur eines: scheinheilig. Fragten sich die Mitglieder dieser Parteien 2008 nicht auch, ob die Vereinigten Staaten bereit sind für einen Präsidenten namens Barack Obama?

Quelle: n-tv.de

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