Politik

Hintergrund Einwanderung nach Deutschland

Jahrzehntelang galt Deutschland nicht als Einwanderungsland. Doch Zuwanderung gibt es seit Bestehen der Bundesrepublik. Seit 1954 zogen 31 Millionen Deutsche und Ausländer nach Deutschland, 22 Millionen Menschen zogen im gleichen Zeitraum weg. Nach dem Krieg kamen Millionen Heimatvertriebe und Flüchtlinge aus dem Osten, später auch aus der DDR. Vor allem die Hochqualifizierten wurden schnell vom westdeutschen Arbeitsmarkt aufgenommen.

Seit vielen Jahren kommen Spätaussiedler und jüdische Flüchtlinge aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Aus humanitären Gründen nimmt Deutschland Asylbewerber, Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge vorübergehend oder auch für länger auf. An deutschen Universitäten studieren Tausende Ausländer. In der Landwirtschaft, auf dem Bau und im Hotel- und Gaststättengewerbe helfen zeitweilig Saisonarbeitskräfte aus den angrenzenden mitteleuropäischen Ländern. Hinzu kommen schätzungsweise 500.000 bis zu einer Million Illegale, die in der "Schattenwirtschaft" arbeiten und bei ihrem Aufgriff mit Abschiebung rechnen müssen.

Türken stellen den größten Anteil

In Deutschland leben 7,3 Millionen Ausländer. Das sind neun Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit gut zwei Millionen stellen die Türken den größten Anteil. Die größten Bewegungen gab es von 1991 bis 1998, als 8,8 Millionen Menschen vom Ausland nach Deutschland kamen. Die Zuwanderung stieg vor allem wegen des erhöhten Zuzugs von Spätaussiedlern sowie von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien und den Arbeitsimmigranten aus Nicht-EU-Staaten. Die meisten Flüchtlinge haben inzwischen Deutschland wieder verlassen.

Die im vergangenen Jahr eingeführte "Green Card" für ausländische Computerspezialisten löste eine umfassende Diskussion über qualifizierte Fachkräfte aus, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht zu finden sind. Auch der dramatische Bevölkerungsrückgang mit seinen absehbaren negativen Folgen für die Sozialsysteme gab der Zuwanderungsdiskussion einen neuen Stellenwert.

Quelle: n-tv.de