Politik
Dienstag, 10. Juli 2001

Mordfall Julia: Eltern bitten Presse bei Beerdigung um "Abstand"

Streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit wollen Eltern und Angehörige am Mittwoch von der achtjährigen Julia Abschied nehmen. Der Gottesdienst in Julias Heimatort Biebertal-Rodheim in Mittelhessen wird völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit begangen, teilte die Polizei mit. Die Beisetzung ist hingegen für jeden zugänglich.

An die Medien richteten die Eltern den Appell, bei der Trauerfeier und Beisetzung den "nötigen Abstand" zu wahren. Polizisten sollen zudem verhindern, dass sich zu viele Unbeteiligte um Julias letzte Ruhestätte drängen.

Die mit der Aufklärung des Falles beauftragte Sonderkommission "Julia"wurde um zusätzliche Polizisten verstärkt. Sie sollen nach Zusammenhängen mit Morden an anderen jungen Mädchen in Hessen suchen.

Trotz einer wachsenden Zahl an Hinweisen gibt es noch keine heiße Spur von dem Täter. Der dunkle Kombi-Wagen. den ein Zeuge in der Nähe des Fundorts der Leiche gesehen haben will, konnte bisher nicht entdeckt werden.

Der Zeuge hatte zudem ausgesagt, dass vor ihm zwei Autos gefahren seien. Auch diesen Verkehrsteilnehmern hätte der Kombi auffallen müssen. Bei einem der Fahrzeuge soll es sich um einen schwarzern Daimler Benz 190 mit Hanauer Kennzeichen handeln (HU).

Die Ermittler wiesen darauf hin, dass der Täter möglicherweise an einer Tankstelle getankt oder einen kleinen Benzinkanister aufgefüllt hat. Sie fragen die Bevölkerung außerdem, wo gegebenenfalls der Fahrer eines dunklen Kombis mit Brandspuren aufgetaucht ist.

Für Hinweise kann die SOKO Julia unter 0641-7006-3900 oder jede andere Polizeidienststelle angerufen werden.

Der genaue Todeszeitpunkt des Mädchens ist immer noch unklar, teilte Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner mit. Julia war am 29. Juni von einem Spielplatzbesuch in Biebertal nicht mehr nach Hause gekommen. Eine erste Obduktion legt die Annahme nahe, dass sie noch am selben Tag getötet wurde. Ihr verbrannter Leichnam wurde am 4. Juli in einem Waldstück im 40 Kilometer entfernten Niddatal gefunden.

Von den verschwundenen Mädchen Adelina aus Bremen und Peggy aus dem oberfränkischen Lichtenberg fehlt noch immer jede Spur.

Quelle: n-tv.de