Politik

Mahnmal für Sinti und Roma Endlich Baubeginn

Nach jahrelangen Verzögerungen beginnt am kommenden Freitag offiziell der Bau des Mahnmals der Bundesrepublik zur Erinnerung an die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma. Das teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann mit. Anlass ist die letzte Bundesratssitzung in diesem Jahr, in der traditionell an den 16. Dezember 1942 erinnert wird. An diesem Tag unterzeichnete der SS-Führer Heinrich Himmler den sogenannten Auschwitz-Erlass, womit er die Ermordung von europaweit mindestens 50.000 Sinti und Roma besiegelte.

An dem offiziellen Baustart nimmt neben Kulturstaatsminister Neumann (CDU) der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) teil. Die vorbereitenden Baumaßnahmen für das Denkmal auf einer Grünfläche gegenüber dem Reichstagsgebäude sind bereits seit einiger Zeit im Gange. Der Bund stellt dafür bis zu zwei Millionen Euro zur Verfügung, das Land Berlin das Grundstück. Der Entwurf für das Mahnmal in Gestalt eines Brunnens mit dunklem Wasser stammt von dem israelischen Künstler Dani Karavan.

Der Widmungstext am Brunnenrand enthält ein Gedicht des Italieners Santino Spinelli "Auschwitz". Es sei "ein schwieriger Prozess, beinahe wie die Quadratur des Kreises" gewesen, eine Übereinkunft zwischen allen Beteiligten zu finden, sagte Neumann. "Jetzt kann das Mahnmal im Laufe des nächsten Jahres endlich fertiggestellt werden."

Bereits 1992 hatte die damalige Bundesregierung ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Errichtung eines Denkmals signalisiert. In den Folgejahren wurden die Form des Denkmals und anschließend die Standortfrage kontrovers diskutiert. Die Festlegung des konkreten Standortes im Tiergarten nahe dem Reichstag erfolgte 2001. In der letzten Legislaturperiode hatte Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) vergeblich versucht, mit den beiden Opferverbänden, dem Zentralrat Sinti und Roma und der Sinti Allianz, eine Einigung über die Inschrift herbeizuführen.

Quelle: n-tv.de

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