Politik

Vielleicht ermordet Entführter Bischof ist tot

Der Ende Februar im Nordirak entführte Erzbischof der chaldäisch-katholischen Kirche, Paulos Faradsch Raho, ist tot. Seine Leiche sei in der Nähe der Stadt Mossul gefunden worden, seine Kidnapper hätten ihn begraben, teilte der Weihbischof von Bagdad, Schlemon Warduni, der italienischen Bischofskonferenz mit. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete unter Berufung auf einen Gerichtsmediziner, die Leiche des Kirchenmannes sei im Al-Intisar-Viertel im Norden von Mossul entdeckt worden. Zur Todesursache machte der Mediziner keine Angaben.

Eine Vereinigung der Christen im Nordirak erklärte, Raho sei ermordet worden. "Er ist als Märtyrer gestorben", hieß es auf der Website der Christen-Vereinigung, die ihren Sitz in Ain Kawa hat. Der Weihbischof von Bagdad sagte hingegen, es sei noch unklar, ob der Erzbischof an einer Krankheit gestorben oder umgebracht worden sei.

Papst forderte Freilassung

Der Direktor des vatikanischen Pressesaales, Federico Lombardi, sagte, "Wir hatten alle die Hoffnung nicht aufgegeben und für seine Freilassung gebetet." Der Papst hatte mehrfach von den Entführern verlangt, den Erzbischof freizulassen. Benedikt wünsche, "dass dieses tragische Ereignis erneut und verstärkt die Verantwortung aller und vor allem der internationalen Gemeinschaft für die Versöhnung in diesem derart gepeinigten Land in Erinnerung ruft".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier reagierte entsetzt auf den Tod Rahos. Nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes rief Steinmeier alle Parteien im Irak zu einer Versöhnung des Landes und zu einem Schutz von Religionen und Minderheiten auf.

Unbekannte hatten den Geistlichen am 29. Februar in Mossul entführt. Sie erschossen seinen Fahrer sowie zwei weitere Begleiter. Aus Kirchenkreisen war in den folgenden Tagen von hohen Lösegeldforderungen die Rede. Angehörige der christlichen Minderheit werden seit dem Sturz des Saddam-Regimes durch die US-Armee vor fünf Jahren besonders häufig Opfer von kriminellen Entführer-Banden und Terroristen. Viele von ihnen leben inzwischen im Exil, vor allem in Syrien.

Ein Mädchen getötet

Unterdessen fielen in Bagdads Innenstadt-Viertel Bab al-Schargi acht Iraker einem Sprengstoffanschlag zum Opfer. 40 weitere Menschen wurden durch die Explosion einer Autobombe nach Angaben von Aswat al-Irak verletzt. Unbekannte erschossen in Bagdad den Journalisten Kassem Abdul Hussein al-Akabi, der für die Zeitung "Al-Mawatin" gearbeitet hatte. Das US-Militärkommando teilte mit, amerikanische Soldaten hätten in der Provinz Dijala unabsichtlich ein Mädchen getötet. In der Nähe der Stadt Nasirija hätten Aufständische drei US-Soldaten getötet.

Aswat al-Irak meldete, in der südöstlich von Bagdad gelegenen Stadt Al-Kut seien in der Nacht Wohnhäuser von Katjuscha-Raketen getroffen worden. Zwei Zivilisten seien getötet worden. In Dijala starben sechs Angehörige einer lokalen Bürgerwehr während eines Gefechtes mit mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen. Ein irakischer Soldat und zwei Zivilisten starben am Mittwoch bei zwei Selbstmordattentaten auf Bürgerwehr-Kämpfer in der Nähe der nördlichen Stadt Kirkuk.

Quelle: ntv.de