Politik

Hamas droht wieder Entführung von Soldaten

Die radikal-israelfeindliche Hamas hat mit der Entführung israelischer Soldaten gedroht, sollte Israel nicht alle palästinensischen Häftlinge freilassen. Der Hamas-Funktionär Nisar Rajjan sagte am Freitag auf einer Kundgebung im Flüchtlingslager Dschabalja an die Inhaftierten gerichtet: "Wir werden euch alle ohne Unterschied befreien."

Wenn dies nicht während der von der Hamas ausgerufenen Waffenruhe geschehe, werde die Hamas "jüdische Offiziere und Soldaten entführen, bis der letzte palästinensische Gefangene befreit ist". Die israelische Regierung hat einige Häftlinge freigelassen, will aber Palästinenser, die an Anschlägen auf Israelis beteiligt waren, in Haft behalten.

Nach israelischen Angaben sind rund 6.000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen inhaftiert; die Palästinenser beziffern die Zahl auf etwa 8.000. Die Hamas hat zuletzt 1995 Soldaten entführt, um sie gegen palästinensische Gefangene auszutauschen. Die am 29. Juni von Hamas und weiteren gewalttätigen Palästinensergruppen ausgerufene Waffenpause soll den Weg zur Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplans ebnen, der ein Ende der Gewalt und bis 2005 die Gründung eines Palästinenserstaates vorsieht.

nmk/bek

REUTERS





Hunderte palästinensischer Häftlinge im israelischen Gefängnis bei Megiddo (Nordisrael) sind in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Sie wollen damit ihre Freilassung erzwingen. Nach palästinensischen Angaben verlangen sie, dass die mehr als 5.800 Häftlinge in israelischen Gefängnissen ungeachtet ihrer Mitgliedschaft in extremistischen Organisationen entlassen werden. Israel hat bisher die Entlassung von 350 Gefangenen angeboten, bei denen es sich jedoch nur um illegale Gastarbeiter und Kleinkriminelle handelt.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hat inzwischen eine Forderung des palästinensischen Sicherheitsministers Mohammed Dachlan nach Freilassung weiterer Häftlinge abgelehnt. Zunächst müssten die Palästinenser entschieden gegen die palästinensischen Extremistengruppen vorgehen, sagte er am Donnerstagabend in einem Gespräch mit Dachlan am Kontrollpunkt Eres zum Gazastreifen. Mofas wies auch die Forderung nach einem israelischen Truppenabzug aus weiteren Städten im besetzten Westjordanland zurück.

Wie am Freitag bekannt wurde, wird der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon in der kommenden Woche zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush nach Washington reisen. Die ursprünglich für September geplante Reise sei auf Wunsch der USA vorgezogen worden. Bush wolle Scharon zu weiterem Entgegenkommen gegenüber dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas bewegen.

Quelle: ntv.de

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