Politik

Reformstreit auf Kinderrücken "Entschuldigungen sind fällig"

Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer fordert eine Entschuldigung für die Rechtschreibreform. "Was jetzt fällig ist, ist eine Entschuldigung bei den Kindern dafür, dass sie das Falsche lernen mussten", sagte die Politikerin der "Bild"-Zeitung. Die Fehlerquote scheine sogar noch höher zu sein als bei der alten Rechtschreibung. "Also ist der menschfreundliche Ansatz der Reform auch gescheitert", sagte Vollmer.

Nach Überzeugung der Vizepräsidentin kann die weitere Umsetzung der Reform noch verhindert werden. Die Ministerpräsidenten hätten eine Mitverantwortung, weil sie die Kultusminister haben laufen lassen. "Ich appelliere an alle Länderchefs, die Rechtschreibreform zu stoppen." Das sei auch für die Bürokraten noch möglich. "In der Alltagspraxis halte ich sie schon für gestoppt, weil die Leute weiter so schreiben werden, wie sie wollen." Vollmer befürchtet eine gespaltene Schreibgesellschaft, sollte die Reform wirklich ab August 2005 an den Schulen verbindlich werden.

Die Ministerpräsidenten werden sich am 7./8. Oktober in Berlin mit dem Thema befassen. Es wird erwartet, dass danach die Kultusminister bei ihrem Treffen am 14./15 Oktober im Saarland den neuen Rat für die deutsche Rechtschreibung einsetzen. Dabei werden wie bisher Österreich und die Schweiz beteiligt. Bei dem Rat sollen auch Kritiker der Reform mitarbeiten.

Quelle: n-tv.de