Politik

Sicherheitskopie von 2010 Ermittler finden Mappus' E-Mails

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Mappus steht unter dem Verdacht der Untreue.

(Foto: dapd)

Ende August werden Computer, Handys und Notebooks des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Mappus sichergestellt. Nun finden Beamte alte Daten, die als zerstört galten. Unter den E-Mails könnten auch jene sein, die Mappus lieber vernichtet gesehen hätte.

Bei den hat die Stuttgarter Staatsanwaltschaft alte E-Mails des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten gefunden. Beim Durchsuchen von Geräten aus dem Staatsministerium hätten Beamte eine Sicherungskopie aus Mappus' E-Mail-Verkehr entdeckt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Nachrichten stammten aus der Zeit zwischen Mappus' Amtsantritt im Februar 2010 und Herbst 2010. Damals habe eine Firma einen Fehler an Mappus' elektronischem Kalender repariert und dazu die Sicherungskopie angefertigt.

Ermittler seien derzeit dabei, alle E-Mails zu prüfen, sagte die Sprecherin weiter. Sie machte keine Angaben dazu, ob die Beamten dabei bereits Material gefunden haben, das für die Ermittlungen gegen Mappus von Bedeutung sein könnte. Zudem arbeiten die Experten den Angaben zufolge noch immer an der Rekonstruktion derjenigen Daten, die Mappus im Frühjahr 2011 zerstören ließ.

Daten zerstört

Nach der verlorenen Landtagswahl hatte er die Festplatte seines Arbeitsplatz-Computers im Staatsministerium ausbauen und vernichten lassen, wie im August bekannt geworden war. Mappus' Anwälte hatten das Vorgehen als "völlig übliche Verfahrensweise" bezeichnet. Die nun bekannt gewordene E-Mail-Kopie sei kein Teil des damals zerstörten Datenbestands, betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Gegen Mappus läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue. Die Ermittlungen stehen in Zusammenhang mit dem Geschäft, bei dem das Land Baden-Württemberg unter seiner Federführung im Dezember 2010 dem französischen EdF-Konzern dessen 45-Prozent-Anteil am Energieversorger EnBW abgekauft hatte. Bei dem heimlichen Geschäft hatte das Land 4,7 Milliarden Euro bezahlt, ohne den Landtag zu informieren.

Quelle: ntv.de, AFP

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