Politik

Eidesstattliche Erklärung prüfen Ermittlungen im "Fall Mixa"

Der im Zusammenhang mit den Misshandlungsvorwürfen gegen Bischof Mixa eingesetzte Sonderermittler will jetzt die eidesstattlichen Erklärungen ehemaliger Heiminsassen prüfen. Die "SZ" will die Schriftsätze nicht zur Verfügung stellen und bezieht sich auf den Informantenschutz.

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Bischof Mixa soll sich schändlich verhalten haben, geht aus mehreren eidesstattlichen Erklärungen hervor.

(Foto: AP)

Die in eidesstattlichen Erklärungen erhobenen Misshandlungsvorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa will der jetzt eingesetzte Sonderermittler überprüfen. Darin hatten ehemalige Heimzöglinge des Kinderheims St. Josef in Schrobenhausen behauptet, von Mixa als früherem Stadtpfarrer dort (1975-1996) mehrmals heftig geschlagen worden zu sein.

Mixa hatte diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und erklärt, er habe niemals Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche ausgeübt.

Die "Süddeutsche Zeitung" will die ihr vorliegenden Schriftsätze nach eigenen Angaben dem Ermittler aber nicht zur Verfügung stellen. Grund dafür sei der Informantenschutz. Nur wenn das Bistum klagen sollte, sei man zur Offenlegung der Erklärungen vor Gericht bereit, sagte Andreas Roß von der Bayern-Redaktion auf Anfrage.

Die für das Kinderheim zuständige Waisenhausstiftung hat den Ingolstädter Rechtsanwalt Sebastian Knott als Ermittler mit der Untersuchung beauftragt. Er ist nach eigenen Angaben auf zivilrechtliche Angelegenheiten im Verlags- und Medienrecht spezialisiert. Ihm sollen alle verfügbaren Akten und Unterlagen von dem Heim über die der vergangenen Jahrzehnte zur Auswertung überlassen werden. Stiftungsvorstand Pfarrer Josef Neyrer sagte, der Anwalt werde von der Stiftung bezahlt. Nach einer ersten Sichtung der Unterlagen könne ein zeitlicher Rahmen der Untersuchungen abgesteckt werden.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte vor gut einer Woche auf der Basis von zunächst fünf eidesstattlichen Erklärungen die Vorwürfe gegen Bischof Mixa öffentlich gemacht. Inzwischen sollen dem Blatt sieben Erklärungen über Prügelattacken des Bischofs vorliegen. Auch der in Ingolstadt erscheinende "Donaukurier" hatte von Übergriffen des Bischofs als Stadtpfarrer von Schrobenhausen berichtet.

Quelle: ntv.de, dpa

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