Politik

4,2 Mio. Arbeitslose Es werden langsam weniger

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, erwartet ein Absinken der Arbeitslosenzahl unter die Marke von vier Millionen frühestens Ende 2005. Im angebrochenen Jahr werde es trotz der anziehenden Konjunktur höchstens zu einem leichten Abbau der Arbeitslosigkeit kommen, sagte Zimmermann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Anstieg fällt schwächer aus

Im Dezember 2003 waren in Deutschland rund 4,35 Millionen Menschen ohne Arbeit. Dies wären rund 165.000 mehr als im November 2003 und rund 125.000 mehr als vor Jahresfrist, berichteten Wirtschaftsforscher und Bankanalysten am Freitag. Der zum Winterbeginn übliche Anstieg würde damit deutlich schwächer ausfallen als in den Vorjahren. In den vergangenen sechs Jahren war die Dezember-Arbeitslosigkeit im Durchschnitt um 190.000 gestiegen.

Die offizielle Zahl der Arbeitslosen will die Bundesagentur für Arbeit (BA), die frühere Bundesanstalt für Arbeit, am kommenden Donnerstag bekannt geben. Bereinigt um saisonale Effekte sank die Arbeitslosenzahl nach Expertenberechnungen erneut - allerdings schwanken die Annahmen der Fachleute zwischen 10.000 und 20.000.

Zwei Prozent Wirtschaftswachstum erforderlich

Für einen deutlichen Anstieg der Beschäftigung sei ein Wirtschaftswachstum von mindestens zwei Prozent notwendig, sagte Zimmermann. Für dieses Jahr erwartet der DIW nicht mehr als 1,5 Prozent Wachstum. Die Bundesregierung geht laut bisherigen Prognosen noch von bis zu zwei Prozent aus.

Etwas Bewegung sei bei der so genannten geringfügigen Beschäftigung, den neuen 400-Euro-Jobs, zu erwarten, sagte Zimmermann. Dadurch kämen aber nicht die typischen Arbeislosen zu Jobs, sondern vielmehr Hausfrauen, Schüler, Studenten, Zweitverdiener. Auch die Hartz-Gesetze könnten einen Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt nicht einleiten: "Mehr Menschen kann man nur in Arbeit vermitteln, wenn mehr Jobs da sind und die Wirtschaft brummt."

Die Bewegung bei fälligen Reformen bezeichnete Zimmermann als sehr langsam. "Der große Wurf etwa in der Steuerpolitik ist noch nicht getan, um die Lähmung zu beenden."

Quelle: ntv.de