Politik

Bundesjustizministerium unter der Lupe Ex-Nazis besetzten leitende Positionen

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Auch die NS-Vergangenheit von früheren hessischen Landtagsabgeordneten ist gerade untersucht worden: Noch Mitte der 1960er Jahre war jeder dritte Abgeordnete ehemaliger Nationalsozialist.

(Foto: picture alliance / dpa)

1950 waren fast die Hälfte aller leitenden Beamten im Bundesjustizministerium ehemalige NSDAP-Mitglieder. Man sollte meinen, dass es mit den Jahren weniger wurden. Doch die Arbeit einer unabhängigen Historikerkommission kommt zu anderen Ergebnissen.

Im Bundesjustizministerium haben nach Erkenntnissen von Forschern bis in die 60er Jahre mehr Ex-Nazis gearbeitet als angenommen. Das berichtet der "Spiegel" über die Bilanz einer unabhängigen Historikerkommission. 1950 waren demnach 47 Prozent aller leitenden Beamten im Ministerium ehemalige Parteigänger der Nationalsozialisten, 1959 waren es immer noch 45 Prozent.

Die Annahme, dass sich ihre Zahl mit den Jahren verringert habe, habe der Prüfung durch die Wissenschaftler nicht standgehalten: 1966 waren demnach 60 Prozent der Abteilungsleiter und 66 Prozent der Unterabteilungsleiter ehemalige Mitglieder der NSDAP. Hinzu seien vereinzelt Staatsdiener gekommen, die zwar nicht in der Partei gewesen waren, sich aber etwa an Vollstreckungen von Todesurteilen des Volksgerichtshofs beteiligt hatten.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte die unabhängige wissenschaftliche Kommission im Januar 2012 eingesetzt. Sie wurde von Manfred Görtemaker vom Historischen Institut der Universität Potsdam und Christoph Safferling vom Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Marburg geleitet.

Quelle: ntv.de, dpa

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