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"Schatztruhe Ali Baba" entdeckt Fahnder finden Ben Alis Schätze

Auf der Suche nah dem illegalen Vermögen des tunesischen Ex-Machthabers Ben Ali entdecken Ermittler die "Schatztruhe Ali Baba" in einem Palast nordöstlich von Tunis. Darin befinden sich Schmuck in unschätzbarem Wert und Banknoten in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Zuvor hatte Tunesien die angekündigte finanzielle Unterstützung durch die EU zurückgewiesen.

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Ben Ali soll unglaubliche Schätze zu Seite geschafft haben.

(Foto: dpa)

Auf der Jagd nach Ben Alis Vermögen sind Ermittler in Tunesien auf einen wahren Schatz gestoßen - und fanden in einem Palast Schmuck in unschätzbarem Wert und Banknoten in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Eine Kommission sucht nach dem illegalen Vermögen des Ex-Machthabers Zine el Abidine Ben Ali und entdeckte die "Schatztruhe Ali Baba" in einem Palast nordöstlich von Tunis. Die reihenweise in Stapel geordneten Banknoten in 500-Euro- und 500-Dollarscheinen sowie bündelweise tunesische Dinar und ägyptische Pfund waren in Safes hinter einer Bücherwand aufbewahrt, berichteten französische Medien.

Nur geringe Hilfe aus Brüssel

Das Hilfsangebot der Europäischen Union war in Tunesien auf wenig Gegeliebe gestoßen. Der tunesische Industrieminister Mohamed Afif Chelbi hatte in vergangenen Woche die angekündigte finanzielle Unterstützung als lächerlich bezeichnet. Der Betrag zeige, dass die EU das Ausmaß der historischen Ereignisse an der südlichen Küste des Mittelmeeres noch nicht verstanden habe, sagte Chelbi bei einem Besuch in Rom. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte auf ihrer Reise nach Tunesien Hilfen über 258 Millionen Euro ab 2013 abgekündigt. 17 Millionen Euro sollen demnach sofort ausgezahlt werden.

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Industrieminister Chelbi (M.) ist empört über die geringe Hilfsbereitschaft der reichen Länder.

(Foto: dpa)

"Als Ashton von 17 Millionen sprach, dachte unser Außenminister 'Millionen oder Milliarden?'", sagte Chelbi. Die EU sei der Aufgabe nicht gewachsen, mit der Region vernünftig umzugehen. Angesichts der Flüchtlingsströme aus Nordafrika sagte auch der italienische Außenminister Franco Frattini, dass die EU Tunesien mehr helfen sollte.

Am Dienstag vergangener Woche hatte Ashton angekündigt, die EU wolle die Reformen in Nordafrika und dem Nahen Osten mit Milliardenhilfen unterstützen und absichern. Sie nannte eine Summe von zusätzlich 2,5 Milliarden Euro, die über die Europäischen Investitionsbank (EIB) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zur Verfügung gestellt werden sollten.

Gerüchte um Ben Ali

Der vor einem Monat gestürzte Diktator Zine el Abidine Ben Ali soll angeblich lebensgefährlich erkrankt sein. Der 74-Jährige liege in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien im Koma, berichteten französische Medien unter Berufung auf ungenannte Vertraute des Ex-Präsidenten. Der französische Journalist und Tunesien-Experte Nicolas Beau hatte berichtet, Ben Ali schwebe in Lebensgefahr. Er sei aus Sicherheitsgründen unter falschem Namen im Krankenhaus registriert worden. Die Regierung in Tunis wies alle Spekulationen zurück. Es gebe keine offizielle Bestätigung, sagte ein Regierungssprecher.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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