Politik

Wachstum in Deutschland Finanzministerium skeptisch

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die - noch immer gültige - amtliche Konjunkturprognose der Regierung von zwei Prozent bereits in einem Interview auf "1,5 bis zwei Prozent" herunterkorrigiert. Nun deutet sich eine offizielle Korrektur an.

Erstmals deutete das Bundesfinanzministerium öffentlich eine vorsichtige Korrektur der Wachstumsprognosen für 2001 an. Im zweiten Quartal hätten "sich auch die Wachstumsaussichten für das gesamte Jahr 2001 verschlechtert", heißt es in dem am Montag in Berlin veröffentlichten Monatsbericht für August. Nach der Einschätzung im Monatsbericht eröffnet die gesunkene Inflation Spielraum für einen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB).

Auf eine andere Wachstumszahl als die bislang veranschlagten rund zwei Prozent wollte sich eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage jedoch nicht festlegen: "Es wird schwieriger das Ziel zu erreichen, aber wir bleiben dabei."

Das Finanzministerium folgt mit der angedeuteten Korrektur nicht nur dem Kanzler, sondern auch den führenden Forschungsinstituten in Deutschland. Diese hatten sich in den vergangenen Wochen mit korrigierten Prognosen geradezu gegenseitig unterboten.

So geht der Wirtschaftsweise Bert Rürup von kaum mehr als einem Prozent Wachstum aus. Die jüngsten Zahlen zeigten für das erste Halbjahr lediglich ein Wachstum von einem Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2001.

Im Bericht des Finanzministerium heißt es, von einer Rezession könne angesichts der Daten keine Rede sein. Die deutsche Wirtschaft befinde sich allerdings in einer Wachstumspause. Dies sei vor allem auf die weltwirtschaftliche Abschwächung und den Kaufkraftentzug im Inland entstanden.

Quelle: ntv.de