Politik

Japan nach der Atomkatastrophe Fische strahlen unvermindert

Seit dem Gau im japanischen AKW Fukushima hat sich die Strahlenbelastung der vor der Insel gefangenen Fische nicht verringert. Das zeigt eine Studie. Der Autor nennt zwei Gründe dafür. Der naheliegende: Der Meeresboden gibt weiter peu à peu Radioaktivität ab. Der skandalöse: Er vermutet, dass noch immer verstrahltes Wasser aus dem Reaktor läuft.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Rund anderthalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Japan ist die radioaktive Belastung der Fische vor der Küste von Fukushima nicht zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Chemikers Ken Buesseler vom Ozeanographischen Institut von Woods Hole im US-Bundesstaat Massachusetts, die in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" veröffentlicht wurde.

Buesseler geht davon aus, dass weiterhin verstrahltes Wasser aus dem Unglücksreaktor ins Meer läuft und verseuchter Meeresboden radioaktive Teilchen ins Wasser abgibt. Auf Grundlage der Daten schätzt Buesseler, dass rund 40 Prozent der Fische vor der Küste Fukushimas nach den japanischen Grenzwerten ungenießbar sind. Einerseits nehme die radioaktive Belastung nicht ab, andererseits variiere sie von einer Fisch- und Krustentierart zur nächsten.

Ministerium prüft Fische

Das erschwere die Einschätzung der Gefahren durch die Behörden. Buesseler zufolge sind weitere Studien erforderlich, um die Herkunft des Cäsiums und anderer Radionuklide, die den Pazifik vor Fukushima weiter verseuchten, besser nachvollziehen zu können.

Die Bewohner des Inselreiches Japan zählen zu den größten Fischessern der Welt. Viele Menschen machen sich dort Sorgen über die Sicherheit von Nahrungsmitteln aus dem Meer. Seit dem 23. März 2011, also wenige Tage nach dem Gau im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi, überprüft das Fischereiministerium Radionuklide in Fisch und anderen Meeresprodukten.

Im März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein anschließender Tsunami zur Kernschmelze in der Anlage in Fukushima geführt. Es war die folgenschwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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