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Freitag, 01. Juli 2016

Verzicht für den Klimaschutz: Fleischkonsum soll halbiert werden

Die Agrarwirtschaft und Verbraucher sollen dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. So schlägt Umweltministerin Hendricks in ihrem "Klimaschutzplan 2050" vor, dass die Deutschen weniger Fleisch essen sollten.

Durch den "Klimaschutzplan 2050" will das Umweltministerium erreichen, dass die Emissionen in den kommenden Jahrzehnten drastisch reduziert werden. Im Jahr 2050 soll eine weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht sein. Dazu sollen auch die Verbraucher in Deutschland ihren Beitrag leisten. Die "Bild"-Zeitung schreibt, ein Ziel des Entwurfs sei es, den Fleischverzehr zu halbieren: "Bis 2050 sollte ein Fleischkonsum entsprechend der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angestrebt werden", heißt es. Dem Bericht zufolge wären das 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche, während der Fleischverzehr aktuell bei 1,1 Kilo pro Woche liege.

Den Plan hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erarbeitet. Er befindet sich laut ihrem Ministerium gerade in regierungsinternen Abstimmungen. Dafür müsste es ein Umdenken in der Gesellschaft und in der Wirtschaft geben. Aufklärungskampagnen und Beratungsangebote sollen deshalb geplant sein.

Weniger Fleischkonsum bedeute mehr Klimaschutz, sagte ein Sprecher von Hendricks. Es geht vor allem darum, dass weniger Rinder gehalten werden. Denn die Wiederkäuer stoßen klimaschädliches Methan-Gas aus. In dem Entwurf stehe, Ziel müsse "vor allem der Abbau der Wiederkäuerbestände" sein, heißt es weiter. Der Ausstoß von Treibhausgasen im gesamten Agrarsektor müsse bis 2050 halbiert werden. Er macht demnach 8 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland aus. Die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen schätzt, dass die Viehhaltung weltweit für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist.

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hält nichts davon, dass die Bürger ihren Fleisch-Konsum drastisch reduzieren sollen. Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Mal wieder macht die Kollegin Hendricks die Landwirtschaft zum alleinigen Sündenbock. Die Landwirtschaft mag zwar acht Prozent der Emissionen erzeugen, sie ernährt aber auch 100 Prozent der Bevölkerung." Landwirtschaft und Klimaschutz dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Quelle: n-tv.de