Politik
Sonntag, 01. November 2015

"Ultima Ratio" eines AfD-Politikers: "Flüchtlinge notfalls mit Waffen stoppen"

Für den AfD-Politiker Pretzell ist die Verteidigung der deutschen Landesgrenze mit Waffengewalt eine Selbstverständlichkeit - auch bei einem "gewaltsamen Grenzübertritt von Flüchtlingen". Zuvor müssten aber Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt werden.

Im Fall eines gewaltsamen Grenzübertritts von Flüchtlingen hält der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende, Marcus Pretzell, den Gebrauch von Schusswaffen als "Ultima Ratio" für gerechtfertigt. "Die Verteidigung der deutschen Grenze mit Waffengewalt als Ultima Ratio ist eine Selbstverständlichkeit", sagte der umstrittene Europaparlamentarier der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD).

Pretzell während des 3. Bundesparteitages der AfD Anfang Februar 2015 in Bremen.
Pretzell während des 3. Bundesparteitages der AfD Anfang Februar 2015 in Bremen.(Foto: dpa)

Er glaube aber nicht, dass der Waffeneinsatz notwendig wäre, weil es eine "ganze Reihe von anderen Möglichkeiten" gäbe wie etwa Polizeipräsenz, Wasserwerfer oder Tränengas. Ähnlich habe er auch Zuhörern bei einer Parteiveranstaltung vor einigen Tagen geantwortet.

Slowenien und Österreich ließen Zehntausende Menschen "unregistriert ins Land hinein", sagte Pretzell. "Man kann das verhindern. Wenn man den ersten Schuss in die Luft abgibt, wird deutlich, dass wir entschlossen sind." Er glaube aber nicht, dass man anfangen müsse zu schießen - "die Menschen sind ja vernunftbegabt. Kein vernünftiger Mensch soll daran denken, auf Flüchtlinge zu schießen, weil sie die Grenze übertreten. Ultima Ratio heißt, es gibt keine andere Möglichkeit, das zu stoppen."

Der Neue an Petrys Seite

In der Folge der Flüchtlingsdebatte ist die AfD in der Wählergunst zuletzt stark angestiegen. Immer wieder organisiert die Partei auch Demonstrationen gegen den weiteren Zuzug von Asylsuchenden. So auch am Samstag in Hamburg, wo mehr als 500 ihrer Anhänger mehr als 1000 Gegendemonstranten gegenüber standen. Diese verhinderten, dass die AfD-Anhänger ihre angemeldete Route gehen konnten. Am Ende eskortierte die Polizei die AfD-Teilnehmer zu einer U-Bahnstation. Bei der Auftaktkundgebung hatte die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel gefordert. Petry lebt nach der Trennung von ihrem Mann jetzt mit Pretzell zusammen.

Quelle: n-tv.de